Das Industrial Technology Research Institute (ITRI) aus Taiwan hat angekündigt Knochenimplantate aus dem 3D-Drucker noch in diesem Jahr auf den Markt zu bringen. Die Implantate sind speziell für die Bevölkerung Chinas entwickelt worden und bestehen vorrangig aus Metall und Kompositmaterialien. Das Institut sieht in den gedruckten Implanteten zahlreiche Vorteile für die chinesische Bevölkerung. Und plant schon einen Schritt weiter.

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Die Weltbevölkerung wird immer älter, weshalb der Bedarf an orthopädischen Implantaten laufend steigt. Das Marktvolumen belief sich 2017 auf 38,4 Milliarden US-Dollar (ca. 32 Mrd. Euro) und soll 2020 auf 43,31 Milliarden US-Dollar (ca. 36,5 Mrd. Euro) klettern.

Basierend auf der Prognose traf das Industrial Technology Research Institute (ITRI) die Entscheidung auf die chinesische Bürger abgestimmte Knochenimplantate zu entwickeln, berichtet „CTIMES“. Die Knochenimplantate erlauben komplexere Strukturen und gewährleisten ein besseres Verwachsen der Knochen beim Patienten. Metall und Keramik können kombiniert werden, mit dem Ergebnis zahlreicher weiterer Pluspunkte für Betroffene, unter anderem auch der Preis und die Herstellungszeit, gerade mit der oft längere Wartezeiten auf ein geeignetes Implantat beim Patienten verbunden sind.

Dank der Materialkombination und dem 3D-Druck haben die Knochenimplantate außerdem ein geringeres Gewicht, was in einem höheren Tragekomfort für die Patienten resultiert. Klassisch gefertigte Implantate bestehen meist aus schweren Metall verbunden mit einem hohen Gewicht und folglich Problemen für die Patienten bei der Bewältigung von Aufgaben im Alltag. Speziell auf den chinesischen Markt abgestimmt, sollen die Implantate aus dem 3D-Drucker vom taiwanesischen ITRI im Verlauf dieses Jahres in China verfügbar sein. Wenn sie erfolgreich sein sollten, dann könnte eine Ausweitung auf weitere Länder stattfinden.

Vor allem in der Implantologie gibt es zum Thema 3D-Druck regelmäßig neue Nachrichten, Entwicklungen und Technologien. Die Universität Glasgow gab im Dezember 2016 die Entwicklung künstlicher Knochen für Landminenopfer bekannt, die per 3D-Drucker hergestellt werden. Das Schweizer Startup Mimedis bietet passgenaue gedruckte Knochenimplantate und in Kroatien wurde im Dezember letzten Jahres erstmals ein Schultergelenk aus dem 3D-Drucker implantiert. Auf unserer Themenseite erhalten Sie eine Übersicht von 40 Beispielen und Projekten zum Thema Implantate aus dem 3D-Drucker.

Implantat aus dem 3D-Drucker
Ein passgenaues und preiswertes Knochenimplantat aus dem 3D-Drucker (Bild © en.ctimes.com.tw).

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