Relativity Space, ein dreijähriges Startup-Unternehmen mit Sitz in Los Angeles, das Raketen mit 3D-Druckern bauen will, gab am Donnerstag einen Vertrag mit der U.S. Air Force über den Bau und Betrieb einer Startanlage auf der Cape Canaveral Air Force Station in Florida bekannt. Ziel des Startup sind Raketen mit bis zu 100 mal weniger Teilen. Dafür kommt auch der Stargate, einer der weltweit größten Metalldrucker zum Einsatz.

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Welche Aufgaben übernimmt Relativity Space?

Das Startup Relativity Space schließt sich SpaceX, United Launch Alliance und Blue Origin, als viertes privates Unternehmen an, das Zugang zum Launch Complex 16 (LC-16) auf der Cape Canaveral Air Force Station erhält. Der LC-16 wurde in den 1950er Jahren von der Luftwaffe als Raketentestgelände gebaut. Durch die Nutzung des bestehenden Startkomplexes glaubt Relativity Space, dass es etwa vier Jahre einsparen würde, die für den Bau eines Launchpads von Grund auf benötigt worden wären. Laut CNBC gibt es für diesen Vertrag keine monetären Wechsel- oder Leasingzahlungen an die Luftwaffe. Die Vereinbarung beinhaltet eine Option zur Verlängerung um eine exklusive 20-jährige Laufzeit.

Relativity Space plant, mehr als 10 Millionen Dollar für die Renovierung des Pads, den Bau von Nutzlastverarbeitungs- und Integrationshallen sowie die Installation von Kraftstoff- und Blitzschutzsystemen aufzuwenden. Relativity sagte, dass der Startplatz bereit sein wird, bevor man Ende 2020 die ersten Nutzlasten in eine erdnahe Umlaufbahn bringen wird.

100 mal weniger Raketenbauteile mit 3D-Druck

Rakete aus dem 3D-Drucker
Das Startup Relativity Space beteiligt sich an den Forschungen und Entwicklungen für den 3D-Druck von Raketen – mit bis zu 100 mal weniger Bauteilen (Bild © Relativity Space).

Das Start-up baut eine mittelgroße Orbitalrakete mit 95 Prozent 3D-Druckteilen. Das Unternehmen sagt, dass sie in der Lage sein werden, Raketen mit 100 mal weniger Teilen als sonst zu produzieren. So bestehen beispielsweise das Motoreinspritzventil und die Motorkammer von Relativity aus nur drei 3D-Druckteilen, während solche Abschnitte traditionell fast 3.000 Teile benötigen würden. Die 3D-Druckrakete Terran 1, die nur 60 Tage für den Druck benötigt, soll Nutzlasten von bis zu 2.700 Pfund transportieren können. Jeder Start wird etwa 10 Millionen Dollar kosten.

Hintergründe zu Relativity Space

Relativity, das 2016 gegründet wurde, hat mehr als 45 Millionen Dollar Risikokapital von Investoren wie Social Capital, Playground Global und sogar Mark Cuban gesammelt. Das Unternehmen hat bereits einen 20-jährigen Leasingvertrag mit dem Stennis Space Center der NASA in Mississippi, um seine methangetriebenen Aeon-Triebwerke zu testen – neun davon werden die erste Stufe des Terran1 und eine die obere Stufe antreiben.

Bekannt für einen der weltweit größten Metall-3D-Drucker Stargate

Relativity hat eigenen Aussagen zufolge einen der weltweit größten 3D-Drucker für Metall nach Volumen gebaut, den Stargate. Der Stargate 3D-Drucker ist in der Lage, Teile zu erstellen, die bis zu 20 Fuß hoch und 10 Fuß breit sind. Das Unternehmen sagt, dass durch die Verwendung solcher 3D-Drucker in der Fertigung das Team in der Lage sein wird, etwa 95 Prozent der Rakete durch 3D-Druckautomation zu produzieren. Die letzten 5 Prozent, die sich auf Tests, Versand und manuelle Montage konzentrieren, erfordern noch immer menschliche Arbeit.

„Unsere langfristige Vision sind 3D-Druckraketen auf dem Mars“, sagte Tim Ellis, CEO von Relativity Space. “ In diesem Bereich sehen wir in Zukunft Automatisierung und 3D-Druck zusammen mit Raketen, denn wir werden in der Lage sein, dieses Unternehmen zu sein.“ Über die weitere dieses Unternehmens, des Projektes und dem 3D-Druck von Raketen informieren wir Sie auch in Zukunft in unserem kostenlosen Newsletter (hier abonnieren).

Metall-3D-Drucker Stargate von Relativity Space
Der Metall-3D-Drucker Stargate von Relativity Space zählt zu den größten Metalldruckern der Welt (Bild © Relativity Space).

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