Die Fachkonferenz zum 3D-Druck Inside 3D Printing Conference and Expo in Berlin ist vergangen. Viele spannende Themen wurden diskutiert. Im Fokus standen immer wieder die aktuellen, voranschreitenden Entwicklungen des 3D-Drucks in Deutschland. Branchen-Experten und Vertreter der Industrie fordern nun die Einführung von Standards und Normen für den 3D-Druck.

Logo VDMA Auf der vergangenen Fachkonferenz zum 3D-Druck Inside 3D Printing Conference and Expo in Berlin fanden führende Experten zusammen, um über den Trend der 3D-Drucktechnologie zu diskutieren. Es stellte sich dabei heraus, dass die Industrie in dem Bereich bereits auf eine 20 Jahre lange Erfahrung verweisen kann, damals eben unter den Begriffen Rapid Manufacturing und Additive Manufacturing und heute vermehrt unter dem Begriff 3D-Druck.

Laut Rainer Gebhardt vom Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) sei der 3D-Druck zwar ein Querschnittsthema aber er könne die beiden genannten Techniken nicht ersetzen, wie MM Maschinen Markt in online berichtet. Zur Zeit würde einer VDMA-Umfrage zufolge der 3D-Druck bei den kleinen und mittelständischen Unternehmen eine noch eher unbedeutende Rolle spielen.

Forschungsexperte Gebhardt empfiehlt diesen Firmen nicht nur in neue Geräte zu investieren sondern auch die Option auszutesten, ob Additive Manufacturing in der eigenen Produktion eingesetzt werden kann. In der Autobranche, Aerospace und Medizintechnik konnte das Industrial Prototyping sich bereits durchsetzen und erfolgreich etablieren.

Beispiele für erfolgreiche Einführung von 3D-Druck in Unternehmen

» EOS GmbH
Das Unternehmen EOS GmbH setzt auf industrielles Prototyping und rechnet bis 2022 mit einer Vervierfachung des Umsatzes im Geschäftsbereich E-Manufacturing. Die Laser-Sinter-Technologie spielt neben Serviceleistungen, Software und Materialien eine wichtige Rolle bei der EOS GmbH. Die Designfreiheit und Individualisierung seien neben der schnelleren Marktentwicklung sowie den entstehenden Kostenvorteilen zwei zentrale Faktoren, die für das industrielle Prototyping sprechen, wie EOS-Chef Dietmar Frank auf der Fachkonferenz mitteilte.

» Airbus
Der Flugzeugkonzern Airbus konnte durch Einsatz dieser Technik bei einem Türgriff (nicht tragende Komponente) das Gewicht um 65 Prozent gegenüber dem klassischen Gussverfahren reduzieren. Wie Scott Martin (Senior Manager Boeing Reseach & Technology) ausführt, würden die möglichen Kostenvorteile der Zulieferer beim Additive Manufacturing nicht immer greifen. Es sei bisweilen sehr kostenintensiv neue Verfahren, Komponenten und Produkte beim Additive Manufacturing zu testen.

Forderungen nach nationalen und internationalen Standards für 3D-Druck

Es sollten Rainer Gebhardt (VDMA) nach nationale und internationale Standards für den 3D-Druck geschaffen werden, damit die erforderlichen Zertifizierungsverfahren mit Erfolg abschließbar seien. Er schlägt der Industrie die Einführung einen auf Produkte bezogenen Standard vor, zum Beispiel vergleichbar mit der ISO 12647 in der grafischen Druckereibranche. Nur verbindliche Standards würden für vereinfachte Prozesse sorgen und die Herstellung größerer Stückzahlen erlauben, wie Gebhardt weiter ausführte.

Eine VDI-Richtlinie soll noch in diesem Jahr kommen während sich eine Maschinen-Richtlinie noch in der Sondierungsphase befindet. Der Produkt- und Kopierschutz seien neben der Frage des geistigen Eigentums noch offene Fragen, die beantwortet werden müssten. Beim VDMA beschäftigt sich ein Normungsausschuss mit den vor genannten drei Problemen.

Das Additive Manufacturing würde erprobte Produktionstechnologien nur ergänzen und neue Strukturen etablieren, erklärte Franz-Josef Villmer, welcher sich an der Ostwestfalen-Lippe Universität für den Bereich Applied Sciences als Professor verantwortlich zeichnet. Ein neue Produktionshalle nahm die Firma FKM in Betrieb, wo mittels der Laser-Sinter-Technologie mit 26 Anlagen neue aus Kunststoff und Metallen bestehende Komponenten fertigt. Es handelt sich dabei nicht nur um Prototypen sondern auch um Serien-Bauteile.

Die Qualität beim Additive Manufacturing sei schwankend, da in dem Bereich bisher noch keine Plug&Play-Technik zur Verfügung stehen würde. Die Industrie müsse aber langfristig auf den 3D-Druck setzen. Eine Einführung von Standards und Normen ist daher zu begrüßen.

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