Fingerprothese:

Designerin entwickelt zusätzlichen Daumen mit dem 3D-Drucker

Nicht immer funktionieren unsere Gliedmaßen so wie es eigentlich sein soll. Um manche Dinge besser in den Griff zu bekommen, hat eine Designerin einen zusätzlichen Daumen entwickelt, dessen Bestandteile teilweise 3D-gedruckt werden.

Die Designerin Dani Clode hat unter anderem per 3D-Drucker einen Zusatzdaumen hergestellt, mit dem Ziel, anderen Menschen dabei zu helfen, Dinge besser im Griff zu haben. Die Prothese wird gegenüber dem vorhandenen Daumen angeschnallt und steuert per Drucksensoren die Bewegungen des Zusatzdaumens. Die Drucksensoren werden mit den Zehen bedient.

Modell des 3D-gedruckten Zusatzdaumens
Der 3D-gedruckte Zusatzdaumen wird unterhalb des kleinen Fingers platziert. (Bild: © Dani Clode Design)

Funktionsweise der Technologie

Die Sensoren und Batterien befinden sich in den Schuhen, während Bluetooth für eine drahtlose Übertragung der Signale sorgt. Der künstliche Daumen setzt sich aus drei Segmenten zusammen, die mit dem flexiblen 3D-Druckermaterial Ninjaflex hergestellt wurden. Ninjaflex steht in verschiedenen Weichheitsgraden zur Auswahl. Dani Clode entschied sich für die Variante des Härtegrads 85 nach Shore-A. Das Filament kann auch mit preiswerten 3D-Druckern verwendet werden. Der künstliche Daumen wird mit Bowdenzügen bewegt, die sich in Teflonröhren befinden. Zwei Servos, auf einem Armband sitzend, dienen als Aktoren. Das Armband wurde mit einem Formlabs 3D-Stereolithografie-Drucker hergestellt.

Alle Bedienelemente des Zusatzdaumens
Die verschiedenen Bedienelemente des Zusatzdaumens werden auf diesem Foto dargestellt. (Bild: © Dani Clode Design)

Auf ihrer Website schreibt die Designerin, dass das Wort Prothese dem Ursprung nach eine Erweiterung darstellen würde und keinen Ersatz. Sie sei zum Teil Werkzeug, zum Teil Erfahrung und zum Teil Mittel zum Selbstausdruck. In ihrem Video erhalten die Testpersonen den Zusatzdaumen und reagieren überrascht. Sie finden recht rasch die Einsatzmöglichkeiten für die Prothese, wie beispielsweise zum Spielen einer Gitarre, Zitrone auspressen oder zum Weingläser tragen. Von ihr wurde auch eine Design-Alternative entworfen, die eine filigrane Form hat und eher an ein Schmuckstück erinnert. Dennoch sei es vollständig einsetzbar.

Auch andere Personen wurden schon mit neuen Prothesen ausgestattet. Soe erhielt beispielsweise ein junger Cellist vom HCII eine passgenaue Handprothese aus dem 3D-Drucker, um sein Cello wieder spielen zu können. Der Papagei Pete wurde von einem Fuchs angegriffen und verlor dabei ein Bein, was durch eine gedruckte Prothese ersetzt werden konnte. Die Violinistin Isabella Nicola Cabrera bekam eine Handprothese per 3D-Drucker, wodurch sie wieder Violine problemlos spielen kann.

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