In einer Münchner Praxis für Kieferorthopädie wird nahezu vollständig auf digitale Technik gesetzt. Neben verschiedenen anderen technischen Geräten kommt auch ein 3D-Drucker zum Einsatz.

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Die Münchner Fachzahnärztin für Kieferorthopädie Dr. Franca Stockebrand setzt in ihrer Praxis auf Digitalisierung und den Einsatz eines 3D-Druckers. Die Praxis arbeitet vollständig digital. Dies bringt Stockebrand zufolge eine Platzersparnis mit sich, weil Lagerfläche für Papier wegfallen würde. Auf die Patientenakten hat sie digitalen Zugriff.

Per Infrarotscanner erstellt sie ein 3D-Modell des Gebisses eines Patienten und kann es ihm live am Bildschirm zeigen. Wie die Medizinerin gegenüber der Ärzte Zeitung berichtet, bedeutet das Arbeiten mit Scan und 3D-Druck für sie eine absolute Zeitersparnis. Der Zeitaufwand für die Arbeitsabläufe habe sich von 30 bis 45 Minuten auf 15 bis 20 Minuten deutlich reduziert.

3D-Scan eines Gebisses
Die Kieferorthopädin Dr. Franca Stockebrand beim 3D-Scannen eines Gebisses. (Bild: © ra Schneider)

Wenn für weitere Behandlungen ein greifbares Gebissmodell benötigt wird, kommt dafür ein 3D-Drucker in ihrem benachbarten Labor zum Einsatz. Die eingescannten Gebissdaten des Patienten werden vom Behandlungszimmer direkt an das Labor zum 3D-Drucker übermittelt. Sie nutzt hier ein Modell des Herstellers Formlabs. Dieser Drucker arbeitet mit dem Laserschmelzverfahren, bei dem flüssiger Kunststoff schichtweise zum gewünschten Gebiss aufgebaut wird und der Kieferorthopädin nach kurzer Zeit zur Verfügung steht. Die 3D-Drucktechnik arbeitet ihren Angaben nach komplett staubfrei, weil das Stereolithografie-Verfahren verwendet wird. Abfall entsteht keiner, da der Rest des flüssigen Kunststoffs nach dem erfolgreichen Ausdruck weiterverwendet werden kann.

Ein Vorteil besteht außerdem auf den Verzicht von Abformlöffeln für Gebissabdrücke, da stattdessen ein Infrarotscanner eingesetzt wird. Die Kosten für die Diagnostik mit dem Scanner übernehmen im Freistaat Bayern die Krankenkassen. Es werden nur die Arbeits- und Dokumentationsmodelle aufbewahrt, die gerade erforderlich sind. Daraus resultiert eine weitere Platzersparnis. Von der neuen Behandlungsmethode mit 3D-Druck und Infrarot-Scan zeigen sich ihre Patienten begeistert.

Dental SG Beispiele
Beispiele für dentale 3D-Objekte mit dem Dental SG von Formlabs (Bild © Screenshot; YouTube; Formlabs).

Im Juli 2017 wurde die neue Software Digital Smile Design (DSD) vorgestellt, die Zahnärzte bei Zahnkorrekturen unterstützt. Die Kombination von Scanning, 3D-Modellierung und bei Bedarf auch 3D-Druck eröffnet die Möglichkeit, vor Ort Modelle des künftigen Gebisses herzustellen. Der 3D-Drucker DFAB von DWS Systems soll Zahnersatz innerhalb von 20 Minuten drucken können, wobei der Zahnarzt den Farbverlauf der künstlichen Zähne exakt festlegen kann. Stratasys bietet mit dem J700 ebenfalls einen 3D-Drucker für Zahnarztpraxen und Dentallabore an.

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