Bioökonomie:

Projekt BioFabNet testet den 3D-Druck mit Biokunststoffen

Das Projekt BioFabNet setzt den 3D-Druck mit Biokunststoffen auf den Prüfstand. Dafür wurden unter anderem 3D-Drucker-Besitzern biokompatible Kunststoffe für den 3D-Druck zur Verfügung gestellt und die Ergebnisse verglichen.

Das Projekt BioFabNet hat Kommunikationsstrategien für den 3D-Druck entwickelt mit dem Ziel den Bekanntheitsgrad von biologischen Werkstoffen zu erhöhen, um auf diesen Wege die Öffentlichkeit auf die Chancen der Bioökonomie aufmerksam zu machen. Vor vier Jahren startete das Projekt „BioFabNet – Biobased Fabrication Network“ und im August 2013 war der 3D-Druck  noch weit von einer breiten Anwendbarkeit entfernt. Die 3D-Drucker wurden zu dem Zeitpunkt für Privatpersonen, Erfinder und Technikbegeisterte allmählich preislich interessant und erschwinglich.

Auf den Markt gab es mit dem biobasierten PLA und dem aus Erdöl hergestellten ABS nur zwei Druckmaterialien, wie Projektleiter Ralf Kindervater berichtet, der Geschäftsführer der BIOPRO Baden-Württemberg ist. Die Landesgesellschaft wurde für die Umsetzung der Bioökonomie und Unterstützung der Gesundheitsindustrie in Baden-Württemberg eingerichtet. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unterstützte das Projekt 2,5 Jahre lang im Rahmen der Förderinitiative „BioIndustrie 2021“ mit 118.950 Euro.

Der 3D-Drucker und die in Aussicht gestellten neuen Materialien, welcher jeder testen konnte, seien das Zugpferd gewesen mit dem das Interesse an der Bioökonomie geweckt worden sei, erklärte Kindervater, wie biooekonomie.de berichtet. Hundert Tester bestehend aus Profis, Semi-Professionellen und Laien konnten im Rahmen des Projekts mit ihren eigenen 3D-Druckern neue biobasierte Kunststoffmischungen testen, die aus Polymilchsäure (PLA) bestanden. Die erforderlichen Filamente wurden von dem Institut für Kunststofftechnik der Universität Stuttgart (IKT) als Projektpartner entwickelt.

Die Puzzlestücke aus dem 3D-Drucker mit biokpmpatiblen Filamet erreichten unterschiedliche Qualitätsstufen (Bild © Fraunhofer IPA)

Die Tester erhielten die Filamente mit einer elektronischen Bauanleitung für Probekörper. Sie konnten die zu druckenden Objekte frei wählen und mussten zusätzlich spatelähnliche Prüfkörper und Puzzleteile fertigen. Nach dem Ausdruck wurden die Projektergebnisse auf der BioFabNet-Homepage veröffentlicht und in einer Grafikwolke dargestellt. Anhand der Grafiwolke konnten Tester feststellen, wie gut das gedruckte Produkt tatsächlich ist. In den letzten 2,5 Jahren wurden drei verschiedene Druckfilamente auf PLA-Basis mit verschiedenen Zusatzkomponenten entwickelt, die mittlerweile von Industriepartnern übernommen und vermarktet wurden.

Auf der Messe „Internationale Grüne Woche“, die im Februar 2017 in Berlin stattfand, wurde ein 3D-Drucker in Aktion gezeigt, der Biokunststoff als Druckmaterial verwendete.

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