Das belgische Unternehmen Kamp C aus Antwerpen (Belgien) hat innerhalb von nur drei Wochen ein Haus mit zwei Stockwerken mit einem 3D-Drucker gebaut, wie es in einer Pressemitteilung erklärt. Zum Einsatz kam der COBOD BOD2-3D-Drucker – der bisher größte 3D-Drucker Europas. Der COBOD BOD2 war auf der Bautec 2020 im Februar live zu sehen.

Die Entstehung des Hauses

Das Haus ist ungefähr 90 m2 groß und verfügt über zwei Stockwerke. Der verwendete COBOD BOD2-3D-Drucker konstruiert mit einem Bauraum von 10 x 10 x 10 m. Für den Bau wurde eine zementartige Mischung aus einer Düse extrudiert und die Grundstruktur in Schichten aufgebaut. Abschließend erledigten Arbeiter Dinge wie den Bau des Daches und der Fenster. Kamp C erklärt, dass sie die Herstellungsdauer von drei Wochen auf zwei Tage reduzieren wollen.

„Die Druckfestigkeit des Materials ist dreimal höher als die des herkömmlichen Schnellbausteins“, erklärt Marijke Aerts, Projektmanagerin. „Neben den Fasern im Beton ist die Menge der verwendeten Drahtgitterbewehrung äußerst begrenzt. Aufgrund der verwendeten Drucktechnologie war die Schalung überflüssig, wodurch geschätzte 60 Prozent an Material, Zeit und Budget eingespart wurden.“

Details zum Haus

Das Haus hat im Inneren ähnliche Abmessungen wie in typischen belgischen Häusern. Neben der Eingangshalle befinden sich dort zwei Konferenzräume und ein Küchenbereich.

einfache Küchenzeile im 3D-gedruckten Haus
Im Inneren befindet sich eine einfache Küche (Bild © Kamp C).

„Es wurde ein Überhang gedruckt, es gibt stark gekrümmte Wände, es gibt verschiedene Wandtypen. Auch für die klassischen Bauknöpfe wurden Lösungen eingeführt, damit sie völlig kaltbrückenfrei sind“, erklärt Emiel Ascione, Projektmanager bei Kamp C. „Das Haus wird zu einem Niedrigenergiehaus ausgebaut, das mit allem Komfort ausgestattet ist: Es wurden Fußboden- und Deckenheizungen, spezielle Fassadensolarmodule, eine Wärmepumpe und ein Gründach installiert.“

Innenansicht Haus Kamp C
Das Haus ist ungefähr 90 m2 groß (Bild © Kamp C).

Das Haus steht leer und wird auch nicht bewohnt werden. Es wurde für staatlich finanzierte Forschungszwecke erbaut und ist Teil des Projekts C3PO. Über die ersten Pläne zum Hausbau in Belgien haben wir vor etwa einem Jahr berichtet. Ziel ist es, vor allem die Möglichkeiten des 3D-Drucks in der Architektur zu demonstrieren.

Interessierte haben die Gelegenheit, das Haus im Juli und August selbst zu erleben. Dazu kann ein Termin auf der Website von Kamp C vereinbart werden. Führungen gibt es immer dienstags zwischen 10 und 12 Uhr und 14 und 16 Uhr.

Erstes zweistöckiges 3D-gedrucktes Haus in Belgien (Video)

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