Konzeptreifen "Vision":

Michelin plant luftfreien Reifen aus dem 3D-Drucker

Der französische Reifenhersteller Michelin hat im Sommer dieses Jahres eine Konzeptstudie veröffentlicht, in der es um den Reifen der Zukunft gehen könnte. Dieser komme aus dem 3D-Drucker und müsse – wenn alles glatt läuft – auch nie ersetzt werden. Ist das Profil abgefahren, soll es an einer 3D-Druck-Station wieder aufgeladen werden können. Eine weitere wichtige Rolle bei der Entwicklung des Reifens „Vision“ spielt auch der Umweltschutz.

Der französische Reifenhersteller Michelin macht sich in einer Konzeptstudie Gedanken um den Reifen der Zukunft. Dies liegt sicher unter anderem auch darin begründet, dass für die Herstellung eines Reifens bis jetzt ungefähr 7 Liter Erdöl benötigt werden, diese Ressource aber nicht unendlich verfügbar ist. Eine Alternative könnte hier der 3D-Druck der Reifen aus natürlichen und recycelten Materialien darstellen.

Michelin Konzeptreifen Vision.
So soll der aktuellen Planungen zufolge der Michelin Vision Reifen später einmal aussehen (Bild © Jimmy Hamelin).

Auf der hauseigenen Konferenz MovinOn wurde der Michelin Konzeptreifen Vision das erste Mal vorgestellt. Er kommt ganz ohne Luft aus und bildet eine Einheit aus Reifen und Felge. Gefertigt wird er aus erneuerbaren sowie biologisch abbaubaren Rohstoffen mit Hilfe eines 3D-Druckers.

Eigenschaften des Reifens

Der neue Reifen soll nicht nur smart, sondern auch robust und widerstandsfähig sein. Dafür würde die Struktur unterhalb des Profils sorgen, die an Honigwaben und die menschliche Lunge erinnere. Diese Struktur bezeichnet Michelin als Alveolarstruktur, der Vergleich mit der Lunge ist also durchaus gewollt. Hier werden die Lungenbläschen als Alveolen bezeichnet. Mit dieser Struktur soll auf die Luftfüllung verzichtet werden können.

Materialien des Vision Reifens.
Diese Materialien sollen für die Herstellung des Vision Reifens Verwendung finden (© Michelin).

Reifenwechsel bald überflüssig?

Auch über mögliche Radwechsel hat sich Michelin Gedanken gemacht. Diese sollen der Konzeptstudie zufolge überflüssig werden. Bis jetzt ist es so, dass Reifen ausgewechselt werden müssen, wenn das Profil abgenutzt ist. Bei dem Vision Reifen soll eine Art 3D-Drucker bei Bedarf neues Material auf den alten Reifen drucken. Dies bezeichnet Michelin als „aufladen“. Genauso würde es bei dem Wechsel von Sommer- auf Winterreifen ablaufen. Auch das könnte mittels 3D-Druck-Aufladestationen geschehen, die auf den Reifen ein neues Profil aufbringen. Die entsprechenden Stationen möchte Michelin ebenfalls entwickeln.

Detailansicht des Michelin Vision Reifens.
Ein Blick auf die genaue Struktur des Vision Reifens (Bild © Jimmy Hamelin).

Sensoren, die im sowie am Reifen angebracht werden, sollen dessen Abnutzung messen und gegebenenfalls auch die Straßenverhältnisse analysieren und die Informationen ans Cockpit weitermelden. Selbstverständlich würde sich auch die Umweltbilanz der Reifen deutlich verbessern. In einem früheren Beitrag haben wir bereits darüber berichtet, dass Michelin in den Metall-3D-Druck einsteigt.

Wir können nur hoffen, dass es nicht nur bei der Konzeptstudie bleibt, sondern dass Michelin daran arbeitet, diese in die Realität umzusetzen. Sobald wir neue Informationen erhalten, werden wir in einem neuen Newsbeitrag darüber berichten.

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