Die Bundeswehr testet derzeit intensiv den Einsatz von 3D-Druck für militärische Zwecke. Dabei konnten schon zahlreiche metallische Objekte additive gefertigt und erfolgreich getestet werden. Nun steht die Frage im Raum, ob sich das 3D-Druckverfahren auch für Afghanistan eignet. Enden die Tests positiv, steht auch schon ein Datum fest, wann die Bundeswehr erstmals 3D-Druck in Afghanistan einsetzt.

Verantwortliche für die Tests ist das Wehrwissenschaftliche Institut für Werk- und Betriebsstoffe (WIWeB) an der Universität der Bundeswehr in Hamburg. Im Vergleich zu Bauteilen, die konventionell gefertigt werden, haben mit einem 3D-Drucker gefertigte Komponenten weniger Gewicht, lassen sich schneller herstellen und sind passgenauer. Der 3D-Druck eines metallischen Bauteils von 20 Zentimetern Größe, nach aktuellen Fertigungs- und Logistikverfahren, dauert zwei bis vier Tage. Die Kosten für Werkzeuge, Materiallager und Produktion sind bei der additiven Fertigung ebenfalls niedriger, so die Bundeswehr in einer Mitteilung.

Fokus zunächst auf der Forschung

Panzer an Tankstelle
Der Bundeswehr-Panzer Wiesel an einer zivilen Tankstelle (Bild © Bundeswehr).

Der Fokus der Bundeswehr liegt vorerst auf der Forschung und testet die im Rahmen von Studien gedruckten Bauteile. Das erste Versuchsbauteil ist ein Tragarm des Panzerfahrzeugs Wiesel. Die Komponente wurde schon erfolgreich als Demonstrator per 3D-Druck gefertigt und optimiert. Ein Triebwerksspant für eine Lenkflugkörper und ein Munitionszuführungsrohr, die im Jahr 2016 gezeigt wurden, stammen ebenfalls aus dem 3D-Drucker. Sie überstanden Lebensdauertests und Funktionsnachweise erfolgreich. Im Ergebnis sei eine kostengünstigere Herstellung der Bauteile, die zugleich leistungsfähiger sind, möglich.

Einsatz von 3D-Drucker bald auch in Afghanistan?

Wie Dr. Wolfgang Kreuzer, der promovierter Ingenieur am WIWeB ist, erklärte, will das Verteidigungsministerium die Technologie mit Nachdruck vorantreiben. Das Logistikkommando der Bundeswehr erhielt den Auftrag bis Herbst 2017 nachzuweisen, ob der 3D-Druck praxistauglich ist und zum Beispiel in Afghanistan eingesetzt werden kann.

Im Vorfeld der Einführung des 3D-Drucks in der Bundeswehr müssen Fachleute jedoch vorab Haftungs-, und Lizenzfragen klären.

Das Militär weltweit interessiert sich für den 3D-Druck, so hat das US-Militär bereits Drohnen gedruckt und die US-Navy fertigte flugkritische Komponenten ihres Boeing V-22 Osprey Flugzeugs mit dem 3D-Drucker. Die chinesische Armee testet ebenfalls den 3D-Druck bei Militärübungen. Mehr zum Thema gibt es auf unserer Themenseite „3D-Druck im Militär„.

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  1. Hinweis: Nicht nur in Krisengebieten/bei Military Fahrzeuge ist es wichtig, dass nur berechtigte User Bauteile in definierter Menge drucken dürfen.

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