Der 3D-Drucker EVO-lizer vom Hersteller evo-tech fertigt per Filament Metal Printing Metallteile und bedient sich dabei bewährten Technologien aus dem MIM/PIM Spritzguss. Mit Metall hochgefühlte Kunststoffe werden dabei verspritzt und im Anschluss gesintert. Wir stellen den EVO-lizer einmal genauer vor.

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Der 3D-Drucker EVO-lizer vom Hersteller evo-tech fertigt per Filament Metal Printing Metallteile und bedient sich dabei bewährten Technologien aus dem MIM/PIM Spritzguss. Mit Metall hochgefühlte Kunststoffe werden dabei verspritzt und im Anschluss gesintert. Als erstes erfolgt die Auswahl eines passenden Metallpulvers und einem geeigneten Bindersystems. Im Anschluss entsteht aus dem Binder und Metall ein Feedstock, was ähnlich wie Kunststoffgranulat ist. Das Filament wird aus dem Feedstock hergestellt und das daraus entstandene Metallfilament vom EVO-lizer verarbeitet.

Der Innenraum muss bei dem Druckvorgang beheizt sein und gehärtete Düsen verwendet werden. Nach dem Ausdruck hält man ein so genanntes Grünteil in den Händen, welches wie ein klassischer MIM bzw. PIM Grünling behandelt werden kann.

Im Rahmen des Endbinderns wird der überwiegende Teil des Binderpolymers entfernt, wobei das thermische Entbindern, kathalytische Entbinder oder Lösungsmittelentbinder eingesetzt werden können. Das erfolgreiche Entbindern lässt das Grünteil zum Braunteil werden, was extrem brüchig ist und von einem geringen Anteil Restpolymer zusammengehalten wird. Das Bauteil wird daher bei einer Temperatur von mehr als 1300 Grad Celsius gesintert, wobei es entsprechend der verwendeten Feedstockrezeptur um bis zu 20 Prozent seiner Größe verliert. Nach Abschluss des Sinterns ist das Bauteil fertig, weil beim Sinterprozess alle Kunststoffreste verbrannt wurden.

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Der EVO-lizer läuft mit einem offenen Materialsystem durch das Nutzer nicht an bestimmte Hersteller von Filamenten gebunden sind. Der Hersteller EVO-tech hat allerdings elf Filamente für seinen 3D-Metalldrucker selbst entwickelt. Die Filamente sind flammhemmend, UV- und temperaturbeständig bis über 200 Grad Celsius, elektrostatisch dissipativ, lebensmitteltauglich, abriebfest und chemikalienbeständig.

Der 3D-Drucker arbeitet nach dem FFF-Druckverfahren, bei dem die gewünschten 3D-Objekte schichtweise entstehen. Der modular aufgebaute EVO-lizer erlaubt ein unkompliziertes und schnelles Nachrüsten wichtiger Komponenten, wie zum Beispiel Düsen, Elektronik, Druckknopf, Druckplattform oder Filament.

Technische Details

Der Bauraum ist geschlossen und automatisch temperierbar, wodurch die metallischen Objekte verzugsarm und leise mit maximal 49 Dezibel Lautstärke gefertigt werden können. Von Aktivkohlefiltern werden Abgase und Gerüche herausgefiltert. Nach Herstellerangaben arbeitet der EVO-lizer kostensparend und präzise. Dies werde durch das um den Faktor 5 günstigere Verbrauchsmaterial und dem einfachen Austausch von Verschleißteilen erreicht. Auf  der anderen Seite wurden die Linearachsen mit Kugelumlaufspindeln und optionale Ausrüstung genannt.

Die Hochtemperaturdüsen laufen mit bis zu 300 Grad Celsius, um alle Polymere verarbeiten zu können. Der 3D-Drucker verfügt über zahlreiche Anschlüsse wie USB, LAN und WLAN, damit ein flinker Datenaustausch möglich ist. Per Handy und Browser kann auf die Druckersteuerung zugegriffen werden. Auf Wunsch kann der Bauraum mit einer Webcam zur Kontrolle des Druckfortschritts ausgestattet werden. Bedient wird der EVO-lizer über einen sieben Zoll großen Touchscreen. Gedruckt werden können Gegenstände mit einer Abmessung von 270 x 200 x 210 mm.

An einem neuen 3D-Metalldruckverfahren arbeitet das Lawrence Livermore National Laboratory (LLNL), das mit semi-flüssigen Metallen arbeitet und kein Metallpulver verwendet. Von Forschern der University of Birmingham wurde ein 3D-Metalldrucker für den Einsatz in der Schwerelosigkeit entwickelt und gebaut. Das Unternehmen O.R. Lasertechnologie GmbH stellte im Dezember 2016 seinen 3D-Metalldrucker ORLAS CREATOR vor.

Evolizer 3D-Drucker
Der Evolizer 3D-Drucker von evo-tech (Bild © evo-tech).

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