Kniterate hat eine digitale Strickmaschine in Form eines 3D-Druckers entwickelt, die auf Wunsch und per Knopfdruck die ideal Kleidung drucken kann.

Firma Kniterate LogoDas Londoner Unternehmen Kniterate, von Gerard Rubio, Triambak Saxena und Tom Catling gegründet wurde, hatte 2016 schon einmal einen Prototyp seiner Strickmaschine vorgestellt. Nach einigen Überarbeitungen und einem langen Weg bis zur fertigen Produktentwicklung seit 2013, war die Maschine dann endlich verfügbar –auf Kickstarter. Als hätten alle nur auf diese Erfindung gewartet, wurde das Ziel von 100.000 Dollar deutlich vor Ablauf der Kampagne übererfüllt. Fast 400.000 US-Dollar konnten die Macher hinter der Kniterate-Strickmaschine von der Crowd einsammeln.

erster Prototyp 2013
Erster Prototyp aus dem Jahr 2013 (Bild © Kniterate).

Der Prozess des klassischen 3D-Drucks ähnelt dem der Strickmaschine sehr. Aus einem einzigen Strang Material entsteht auf der Basis eines Musters ein fertiges Endprodukt. Einige Strickmaschinen verwenden nach wie vor Punch-Karten, wie die Computer früher. Nun sind beide eine noch engere Beziehung eingegangen. Aus einer Tischstrickmaschine und einem Computer wurde die begehrte Maschine Kniterate, eine digitale Strickmaschine sozusagen. Jetzt können Strickwaren direkt aus den digitalen Entwürfen entstehen.

Anstatt von Kunststofffilament wird bei Kniterate Garn verwendet. Das ist nach den industriellen Materialien, wie Kunststoff oder Metall, eine Art Sonderform der Druckmaterialien, die beim additiven Bau von Objekten eingesetzt wird. Es muss auch kein spezielles Garn sein, der Kniterate-Anwender kann Herstellerangaben zufolge jedes vorhandene Garn in die Maschine einlegen. Kenntnisse im Stricken oder beim 3D-Druck sind nicht vonnöten.

Nach ein paar Versuchen ist das Gerät für alle verwendbar, so die Macher. Laut Gerard Rubio müssen vor dem Tragen nur ein paar Fäden entfernt oder ein Knoten hinzugefügt werden. Ein Designer muss man also auch nicht sein. Auf einer Plattform, die den Kniterate-Käufern zugänglich sein wird, kann man Entwürfe herunterladen und modifizieren. Seine eigenen Idee kann man wieder hochladen und so mit anderen teilen.

Eigene Entwürfe können importiert werden und werden in sogenannte „K-Codes“ umgewandelt. Für kleine Mode-Unternehmen und Designstudios wird die digitale Strickmaschine vielleicht eine lohnende Investition sein. Aber auch für Hobby-Makers und Schulen kann die Kniterate-Strickmaschine ein interessantes Gerät sein. Noch muss man dafür tief in den Geldbeutel greifen. 5.000 Dollar werden momentan veranschlagt, der jedoch noch immer unter dem Preis einer industriellen Strickmaschine liegt.

Wir können jedoch hoffen, dass bei der Begeisterung, die wettbewerbsfähigen Preise bald folgen. Bleiben Sie mit uns auf dem Laufenden (Newsletter).

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