Forscher des National Institute of Advanced Industrial Science and Technology (AIST) aus Japan haben eine neue 3D-Druckmethode entwickelt, mit der sie hochwertigen und passgenauen Zahnersatz herstellen können. Der Prozess ist weniger zeitaufwendig und deutlich günstiger als bisherige Methoden. Der Bedarf an einem solchen Verfahren entstand aus einem ganz bestimmten Grund.

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Im vergangenen Jahr hat DWS Systems mit dem DFAB einen neuen 3D-Drucker vorgestellt, der Zahnersatz in nur 20 Minuten druckt. Ein Forscherteam des National Institute of Advanced Industrial Science and Technology (AIST) in Japan hat nun ebenfalls eine neue 3D-Druckmethode entwickelt, mit der Zahnersatz kostengünstig additive hergestellt werden kann.

Hochwertiger Zahnersatz schneller und günstiger

Zahnersatz aus dem 3D-Drucker
Der japanischer Wissenschaftler zeigt den Zahnersatz aus dem 3D-Drucker (Bild © Shinichi Mishima; asahi.com).

Die neue Methode soll zu einer deutlichen Kostensenkung und Zeitreduzierung in der Produktion von Zahnersatz führen. Im Vorfeld wird der Mund des Patienten mit einem speziellen Scanner ausgemessen und basierend auf den Daten anschließend eine hochwertige Prothese gedruckt. Die Kosten entsprechen dabei weniger als 50 Prozent traditioneller Techniken. In einem Zeitraum von zwei Jahren soll die 3D-Druckmethode krankenversicherungspflichtig werden und sich die Technik beim Patienten durchsetzen.

Ein Professor für Zahnmedizin an der Tsurumi University School of Dental Medicine in Yokohama verwendet die Methode schon seit dem Frühjahr und offeriert seinen Patienten den gedruckten Zahnersatz. Aktuell werden für den Zahnersatz jedoch noch mehrere Tausend Euro fällig. Günstiger wird es, wenn die Krankenversicherung die Methode in den Maßnahmenkatalog aufnimmt. Wie der Professor erklärte, sei die Technologie unerlässlich, weil es immer weniger Zahntechniker gäbe und das kostengünstige Verfahren damit ein Durchbruch, berichtet „The Asahi Shimbun“ auf ihrer Website.

Zulassung für Pulverlegierung erhalten

Ein leitender Wissenschaftler an der AIST Biomaterials Research Group kooperiert mit dem Tokioter Dental-Legierungshersteller Ids CO. Gemeinsam wird der 3D-Druckerprothesenrahmen entwickelt. Dem Artikel in „The Asahi Shimbun“  zufolge soll zur Herstellung der Prothesen Laserlicht für die Erhitzung und Auflösung pulverförmiger Kobalt-Chrom-Legierungen für den 3D-Druck zum Einsatz kommen. Das Gerüst wird im Anschluss um Keramikzähne und Kunststoffgummis ergänzt. Im April hatten die Forscher eine staatliche Zulassung erhalten, um die Pulverlegierung einsetzen zu dürfen.

Metallelemente der Zahnprothese.
Die Herstellung von genauen Prothesen ist gerade bei Zähnen sehr komplex. Hier ein Beispiel mit Metallkomponenten. (Bild: © Sinterex.com)

Klassische Zahnprothesen werden aktuell basierend auf Prototypen gefertigt, die als Grundlage eine Gipsform der Mundhöhle nutzen. Dieser Arbeitsschritt ist mit einem starken Einsatz von Handarbeit verbunden. Exakte Prothesen lassen sich auf diese Weise nur kompliziert herstellen. Nur geschulte Techniker sind daher in der Lage mit den existierenden Methoden genaue Kunstzähne anzufertigen. Eine Zahnarztpraxis in München setzt vollständig auf Digitalisierung und 3D-Druck. Die Zahnärztin selbst und ihre Patienten profitieren dabei von einer Ersparnis an Zeit und Kosten.

Das neue Verfahren soll es in Zukunft auch anderen Menschen erlauben genaue Rahmen auf Grundlage der Messdaten zu fertigen. Die klassische Fertigungsmethode benötigt zwei Wochen Zeit. Mit der neuen Methode dauert die Herstellung nur noch wenige Tage. Die Materialkosten könnten den Forschern zufolge um mehr als 50 Prozent gedrückt werden. Mit unserem Newsletter bleiben Sie auch weiterhin über News aus dem 3D-Druck-Bereich auf dem Laufenden. Abonnieren Sie ihn hier.

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