Das britische Design-Unternehmen Blast Studio stellt mit „The Blue Tree“ eine 3D-gedruckte Säule her, die aus städtischen Abfällen und essbaren Pilzen entstanden ist. Aus dieser Säule soll am Ende 3D-Druck-Material für den nachhaltigen Bau von Gebäuden und anderen Strukturen entstehen. Wir erklären wie.

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Das britische Design-Unternehmen Blast Studio verwendet städtische Abfälle und essbare Pilze, um daraus eine funktionale, tragende architektonische Säule („The Blue Tree„) mit einem 3D-Drucker herzustellen. Die Säulenarchitektur soll sich auch für den Bau von Gebäuden eignen. In ganz London hat das Unternehmen dafür ausrangierte Kaffeetassen gesammelt, diese verkleinert und den essbaren Reishi-Pilz ergänzt. Das somit entwickelte 3D-Druck-Biomaterial wurde im Anschluss mit einem kundenspezifischen 3D-Drucker zu einer Struktursäule mit geriffelter Form verarbeitet. Die Unternehmen Black Buffalo 3D, Alquist und Revive Hemp Industries haben erst vor wenigen Wochen ihre Idee vorgestellt 3D-Druck-Materialien auf Hanfbasis für den nachhaltigen Einsatz im Bauwesen zu nutzen.

Details zum 3D-Druck mit Pilzen

"The Blue Tree" von Blast Studio
Der 3D-gedruckte „The Blue Tree“ (Bild © Blast Studio).

Myzel, so heißen die Wurzeln des Pilzes, beginnen auf natürliche Weise, Abfall abzubauen und ihn in ein starkes Material umzuwandeln. Die Falten und Spalten der Biomassesäule sind so konzipiert, dass sie die Feuchtigkeit zurückhalten und das Wachstum von essbaren Pilzen zu erleichtern, die als Nahrung geerntet werden können. Ist dieser Zweck erfüllt, wird die Struktur bei hoher Temperatur getrocknet und so die Entwicklung der Pilze gestoppt. Die ganze Säule verfestigt sich dann zu einer tragenden Gebäudesäule.

Das Studio erreicht mit seiner Arbeit eine ähnliche Festigkeit wie mitteldichte Faserplatten (bekannt als MDF-Platten). Die Säule eignet sich für den Ersatz von Beton in Häusern und kleineren Gebäuden, um diese so nachhaltiger zu machen. Am Ende seiner Lebensdauer lässt sich der nachhaltige Baustoff recyceln und mit 3D-Druck verarbeiten. Blast Studio möchte die Technologie skalieren und künftig Pavillons und ganze Gebäude damit bauen. Das würde zur Entwicklung einer lebendigen Architektur führen, die sich selbst reparieren und ihre Bewohner ernähren kann. Bis zum Jahresende ist ein großer 3D-gedruckter Baumpavillon geplant. „The Blue Tree“ ist die erste Säule. Das Studio erklärt, dass es beim Artefakt darum geht, den künstlichen Abfall wieder natürlich zu machen und Kartonabfälle in eine neue Baumart umzuwandeln.

Das 3D-Druck-Material im Video

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