In der Medizin gibt es komplizierte Fälle, denen man mit Standardmethoden nicht immer helfen kann. Wie auch im Fall der 52-jährigen Linda Edwards, die nach einer Herz-Bypass-Operation ein zerstörtes Brustbein (lat. Sternum) hatte. Ärzten gelang es jetzt, ihr mit einem 3D-gedruckten Titanimplantat zu helfen.

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Im Queen Elizabeth Hospital im britischen Birmingham erhielt eine Patientin ein 3D-gedrucktes Brustbeinimplantat. Die 52-jährige Linda Edwards hatte laut einem Zeitungsbericht von „The Gazette“ nach früheren Operationen ein zerbrochenes Brustbein. Ärzte machten ihr wenig Hoffnung, dass man es wieder zusammensetzen konnte, bis Edwards eine Dokumentation über 3D-gedruckte Implantate sah.

Was war geschehen?

Das Brustbein wurde während einer Herz-Bypass-Operation in Mitleidenschaft gezogen. Ärzte fixierten es nach der Operation mit Drähten, diese hielten jedoch nicht. Letztendlich brach das Brustbein zusammen und ein Versuch, das Problem in einem weiteren Eingriff zu korrigieren, scheiterte.

Edwards fand Bishay, einen beratenden Thoraxchirurg am NHS Foundation Trust (UHB) der University Hospitals in Birmingham auf Facebook, nachdem sie ihn in einem Dokumentarfilm über 3D-gedruckte Transplantationen entdeckt hatte. Es lohnte sich. Bishay riet ihr, die Operation zu beantragen und 2018 erhielt sie die Genehmigung dafür.

Die Operation

Bishay fertigte ein Sternum (Brustbein) additiv. Er ersetzte einen Teil ihres beschädigten Brustkorbs durch die 3D-gedruckte Titanprothese. Der Eingriff wurde im Juli 2019 von einem von Stephen Rooney geleiteten Herzteam am Queen Elizabeth Hospital durchgeführt. Edwards erholte sich schnell von der Operation, muss aber eine Zeit lang noch Medikamente nehmen.

Er beschrieb sein Implantat aus Titan als infektionsresistent, leicht, robust und funktionell. Ein ähnliches Verfahren hatte Bishay bereits 2017 im Heartlands Hospital in Birmingham durchgeführt. Dabei wurde ein Brustbein durch ein 3D-gedrucktes Implantat ersetzt. Das Metallimplantat war von Anatomics, einem australischen Hersteller von Medizinprodukten. Die CSIRO, die nationale Wissenschaftsagentur Australiens, war am 3D-Druck beteiligt.

CSIRO und Anatomics halfen 2015 einem spanischen Krebspatienten bei einem Titan-Sternum- und Rippenimplantat. Das 3D-Drucklabor Lab 22 von CSIRO half bei der Entwicklung und Herstellung der Prothese.

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