

Umweltfreundliche Baulösungen
Der Bau-3D-Druck von Häusern nutzt sehr häufig emissionsreiche Materialien wie Beton. Mit ihrem Modell wollten die Forscher auf Beton verzichten und ersetzten ihn bis auf das Fundament durch Holzkomponenten. Janet Mills, die Gouverneurin von Maine, erklärte, dass Häuser wie diese eine klimafreundliche Lösung für den Wohnungsmangel des Staates von 20.000 Einheiten darstellen.
Für den 3D-Druck von Häusern kommen großformatige 3D-Drucker wie der BOD2 von COBOD oder ICONs Vulcan 3D-Drucker zum Einsatz. Die Forscher der University of Maine verwendeten ihren weltweit größten Polymer-3D-Drucker, um das BioHome3D, einen Bungalow mit einem Schlafzimmer und einem Bad mit geschwungenen Decken im Inneren zu bauen. Das Haus, das in vier Modulen gedruckt wurde, wurde anschließend vor Ort zusammengebaut und in nur zwei Stunden von einem Elektriker komplett verkabelt.
Die Forscher hoffen, die Druckzeit auf zwei Tage reduzieren zu können, um eine noch schnellere Lösung für den Wohnungsmangel zu schaffen. Derzeit benötigen sie noch zehnmal so lange. Sie behalten außerdem im Auge, wie sich die verwendeten Materialien bei den verschiedenen Wetterbedingungen verhalten. Den ersten Winter hat das BioHome3D bereits erfolgreich überstanden.
Umdenken
Die Konstruktion und ihre Materialien sind laut dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen für 11% der weltweiten Kohlenstoffemissionen verantwortlich. Einen Großteil davon erzeugt Beton. Die Zementproduktion verursacht jährlich etwa 2,5 Milliarden Tonnen Kohlendioxid, was rund 8 % der weltweiten Gesamtmenge entspricht. Für die Zementproduktion werden zudem ein Zehntel der industriellen Wasservorräte der Welt und ein großer Teil des Sandes der Welt verbraucht. Beim BioHome3D besteht nur das Fundament aus Beton, der Rest ist aus natürlichen Materialien wie Sägemehl, das in Unmengen in Sägewerken als Abfall übrig bleibt.
Habib Dagher, Geschäftsführer des Advanced Structures and Composites Center der Universität, erklärte:
„In unseren Sägewerken in der Region liegen derzeit 1,2 Millionen Tonnen Holzreste, die für den Wohnungsbau verwendet werden könnten.“

3D-Druck im Bauwesen – nahezu täglich spannende Entwicklungen
Viele Unternehmen der Bauindustrie arbeiten daran, umweltfreundlicher zu bauen. Dabei setzen sie auf eine innovativere Verwendung von Abfallprodukten, die erneuerbare Quellen für Baumaterialien darstellen.
- Im Oktober 2022 haben wir über HTL.tech und Building for Humanity berichtet, die für den umweltfreundlichen Bau einer Wohnsiedlung in Großbritannien mit Hilfe von 3D-Druckern kooperieren.
- Mighty Buildings stellte im Vorjahr sein erstes Nettoenergiehaus aus dem 3D-Drucker vor.
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Video: 3D-Druck des BioHome3D
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