Das Luftfahrtunternehmen Safran Landing Systems und das 3D-Druck-Unternehmen SLM Solutions untersuchen in einem gemeinsamen Projekt die Eignung des selektiven Laserschmelzens zur Herstellung einer Komponente eines Bugfahrwerks für einen Bizjet. Das erklärt SLM Solutions in einer Pressemitteilung. Für ein Teil mit den Maßen 455 x 295 x 805 mm wäre dies eine Weltneuheit.

3D-Druck einer Bugkomponente

3D-Druck eines Bugfahrwerks mit dem SLM 800
Die Komponente des Bugfahrwerks soll mit dem 3D-Drucker SLM 800 entstehen (Bild © SLM Solutions).

Im Rahmen dieses Projekts wollen die Unternehmen die Machbarkeit der Herstellung dieser Komponente durch das selektive Laserschmelzerfahren (SLS) demonstrieren. Dazu wurde das Bauteil für die additive Fertigung neugestaltet, womit deutliche Zeit- und Gewichtsersparnisse von etwa 15% des Bauteils gelangen. Das Design, das von Safran Landing Systems entwickelt wurde, hat ehrgeizige Ziele Widerstand und Massenreduzierung betreffend und wurde patentiert.

Die Komponente muss die Lasten vom Rad auf die Flugzeugstruktur übertragen und wird nach dem Start zurückgezogen. Daher muss sie sehr strenge Anforderungen erfüllen. Safran beschloss, eine Titanlegierung zu verwenden, da dieses Material hohe mechanische Eigenschaften bietet. Es ist zudem korrosionsbeständig und benötigt keine Oberflächenbehandlung. Der SLM 800 eignet sich mit seinem vertikalen Bauraum perfekt für die Herstellung großer Komponenten. Die bewährte Quad-Laser-Technologie von SLM Solutions, Funktionen wie der patentierte Gasfluss und ein permanenter Filter gewährleisten höchste Zuverlässigkeit.

Die Partner zu ihren Plänen

Thierry Berenger, Projektleiter für additive Fertigung bei Safran Landing Systems, sagte:

„Wir haben SLM Solutions aufgrund ihres Fachwissens und der SLM®800-Maschine als Partner ausgewählt, die genau unseren Anforderungen hinsichtlich Maschinengröße und Zuverlässigkeit entspricht.“

Gerhard Bierleutgeb, EVP Global Services & Solutions bei SLM Solutions, erklärte:

„Die additive Fertigung trägt zum Zeitersparnis in der Qualifizierungs- und Zertifizierungsphase bei, indem die Teile schnell zum Testen bereitgestellt werden. Wir konnten die Hauptarmatur in wenigen Tagen auf dem SLM®800 herstellen, im Gegensatz zu wenigen Monaten mit dem Schmiedevorgang.“

Beim 3D-Druck der Komponente wird der 3D-Drucker SLM 800 von SLM Solutions verwendet. Wir haben diesen im Jahr 2017 in einem Artikel vorgestellt. Das Konzept des 3D-Druckers erlaubt seine Integration in automatisierte und vollautomatische Produktionsabläufe. Die Technologie setzt sich aus einer neuen permanenten Filtertechnologie, Melt Pool Monitoring (MPM) und Laser Power Monitoring (LPM), einer optimierten Machine Control Software (MCS) und optionalen Pulverversorgungseinheiten (PSV) mit Vakuumtechnik zusammen.

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