Der deutsche Industriekonzern thyssenkrupp möchte künftig U-Boot-Bau- und Ersatzteile mit dem 3D-Drucker herstellen. Ingenieure profitieren von mehr Designfreiheiten und einem geringeren Gewicht der Bauteile. Die gedruckten Metallobjekte sollen im TechCenter Additive Manufacturing von thyssenkrupp in Nordrhein-Westfalen produziert werden.

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Thyssenkrupp Marine Systems (TKMS) möchte bei der Herstellung von U-Boot-Bauteilen künftig von den Vorteilen der additiven Fertigung profitieren. Dazu hat das Unternehmen bereits die notwendigen Qualitäts- und Sicherheitszulassungen erhalten. Das in Nordrhein-Westfalen befindliche 3D-Druckzentrum thyssenkrupp TechCenter Additive Manufacturing sorgt für die nötige Expertise und Technologie.

Wir haben im September 2017 über die Eröffnung des Tech-Centers berichtet. Bis Juni 2020 wollen sich die Hersteller auf den 3D-Druck der Bauteile fertig eingerichtet haben. Auch die U.S. Navy nutzt die additive Fertigung zur Herstellung von Unterwasserfahrzeugen.

Mehr Freiheiten bei Design, weniger Gewicht

3D-gedruckter Hydraulikblock
Ein Hydraulikblock aus dem 3D-Drucker wiegt 83% weniger als ein traditionell hergestelltes Modell (Bild © thyssenkrupp).

Luis Alejandro Orellano, Verantwortlicher für das operative Geschäft bei TKMS, erklärt thyssenkrupp in einer Pressemitteilung, dass der 3D-Druck dem Unternehmen neue Potenziale eröffnet. In der Konstruktion müssen die Grenzen der herkömmlichen Fertigungsverfahren nicht mehr berücksichtigt werden. Die Boote können so deutlich freier gestaltet und Komponenten schneller und günstiger hergestellt werden.

Komplexe Strukturen lassen sich mit der additiven Fertigung stabiler, leichter und belastbarer anfertigen als mit den bekannten Verfahren. Statt viele kleine Teile zu drucken und diese zusammenzufügen, kann oftmals das Ganze in einem gedruckt werden. Mit dem 3D-Druck lassen sich auch wichtige Eigenschaften wie das Gewicht verringern. Traditionell hergestellte Hydraulikblöcke wiegen 14 Kilogramm. Die Variante mit dem Teil aus dem 3D-Drucker wiegt nur mehr 2,1 Kilo, was ein Gewichtsersparnis von 83 Prozent bedeutet.

Im vergangenen Jahr erhielt das TechCenter Additive Manufacturing in Mühlheim an der Ruhr als international erster Produzent von 3D-Druck-Bauteilen für den maritimen Bereich eine Herstellerzulassung von der Klassifikationsgesellschaft DNV GL. Thyssenkrupp möchte vor allem Kleinserien mit dem 3D-Drucker anfertigen. Dabei geht es um Bauteile, die für neue U-Boote verwendet werden und um Ersatzteile.

Im Video: thyssenkrupp TechCenter Additive Manufacturing

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