Deutsche Industrie: ThyssenKrupp eröffnet TechCenter Additive Manufacturing

ThyssenKrupp hat mit dem neuen TechCenter Additive Manufacturing in Mülheim an der Ruhr die nächste Runde bei der Einführung von 3D-Druck deutscher Industriekonzerne eingeläutet. Für das Unternehmen ist die 3D-Druck-Fabrik ein weiterer Schritt in der digitalen Transformation des Konzerns und ein Baustein der Innovationsstragie.

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Logo ThyssenKruppIn Mühlheim an der Ruhr hat der Stahlkonzern ThyssenKrupp sein TechCenter Additive Manufacturing eröffnet, in dem industrielle Bauteile mit dem 3D-Drucker hergestellt werden. Nach Kundenwunsch werden hier Produkte im individuellen Design und in einem einzigen digitalen Prozess gefertigt. Der 3D-Druck von Metallen und Kunststoffen wird in dem neuen TechCenter industrialisiert, wobei der Planungs-, und Herstellungsprozess digital durchgeführt wird. Von den Vorteilen der additiven Herstellung profitiert ThyssenKrupp ebenso wie seine Kunden und Umwelt. Erste Pläne zur Eröffnung einer 3D-Druck-Fabrik wurden im April dieses Jahres bekannt.

Wie Dr. Heinrich Hiesinger, der Vorstandsvorsitzender der thyssenkrupp AG bei der Eröffnung des TechCenters in einer Pressemitteilung erklärte, sei das Additive Manufacturing ein weiterer Schritt in der digitalen Transformation des Konzerns und ein Baustein der Innovationsstragie von ThyssenKrupp.

Auf dem Gelände der Lenkungsfertigung des Herstellers arbeitet ein kleines flexibles Team in einer Produktionshalle mit je einem 3D-Drucker zur Verarbeitung von Metallen und Kunststoffen. Von den zwei 3D-Druckern werden Grundwerkstoffe in Pulverform per SLS-Verfahren (Selektives Lasersintern), verarbeitet und Bauteile schichtweise aufgebaut. Als Bauplan dient eine CAD-Datei, mit der das Produkt direkt aus den digitalen Daten heraus gedruckt wird. Der klassische zeitintensive Arbeitsschritt des Werkzeug- und Formenbaus entfällt. Laut thyssenkrupp-Technologiechef Dr. Reinhold Achatz schafft die Technologie ein ganz neues Innovationspotenzial.

Thyssenkrupp-Zentrale in Essen
Die Thyssenkrupp-Zentrale in Essen (Bild © Thyssenkrupp).

Im Unternehmen befasst sich seit dem Jahr 2015 eine interdisziplinäre Projektgruppe mit dem Themenfeld 3D-Druck, in der verschiedene Anwendungsfelder ermittelt werden konnten. Produkte, die per 3D-Druck gefertigt werden können, befinden sich schon in der Patentierungsphase. In ersten internen Projekten führte die Entwicklungskompetenz im Bauteildesign, bei der Werkstoffauswahl und der Prozessentwicklung schon zu „beeindruckenden Funktionsverbesserungen-, und erweiterungen“, so das Unternehmen.

Zum Beispiel konnte eine komplex aufgebaute Sonde zur Entnahme von Gasproben aus einem Ofen entwickelt und hergestellt werden. Der Bereich Marine Systems profitiert ebenfalls vom 3D-Druck, weil mit der Technologie erforderliche Bauteile, die in geringen Stückzahlen benötigt werden, schnell und kostengünstig herstellbar sind. Wie Thyssenkrupp arbeitet auch der Stahlhersteller Klöckner & Co. am 3D-Druck und investierte in den Berliner 3D-Druckerhersteller BigRep, dessen 3D-Drucker für übergroße Objekte in die Produktion eingesetzt werden sollen.

Individualsierbare Produkte lassen sich aktuell bis zu Losgröße 1 mit dem 3D-Drucker herstellen. Kunden erhalten leistungsfähigere und leichtere Produkte. Das 3D-Druckverfahren soll nach Konzernplanungen mittelfristig kommerziell genutzt werden. Der Gesamtmarkt für 3D-Druck wird sich Prognosen zufolge bis 2020 auf weltweit 21 Milliarden US-Dollar (ca. 20 Mrd. Euro) belaufen. Die wichtigen Zielmärkte von thyssenkrupp werden auf 10 Milliarden US-Dollar (9,27 Mrd. Euro) geschätzt. In Zukunft soll das TechCenter Additive Manufacturing als Blaupause und Keimzelle für ein breites Netzwerk von Kompetenzcentern dienen. Ein Roll-Out der zukunftsträchtigen Technologie ist bereits in Planung. Über alle weiteren Neuigkeiten zu diesem Thema und weiteren Entwicklungen der deutschen Industrie zum 3D-Druck, berichten wir in unserem kostenlosen 3D-Druck-Newsletter.

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