Neue Konkurrenz für Thingiverse & Co.:

Google bietet mit Google Poly eine neue kostenlose Plattform für 3D-Druck-, VR- und AR-Objekte

 7. November 2017  Susann Heinze-Wallmeyer  

Die virtuelle Realität, Augmented Reality und 3D-Druck sind derzeit groß angesagt und eine noch größere Zukunft verspricht man diesen Technologien, die allesamt als Basis 3D-Objekte benötigen. Um die Verbreitung der Technologien noch weiter anzutreiben, hat Google mit Google Poly eine Online-Plattform und -Community für 3D-Objekte veröffentlicht. User können digitale 3D-Modelle auf Google Poly herauf- und herunterladen und die Modelle als 3D-Druckvorlagen für den 3D-Druck exportieren.

Vor wenigen Tagen berichtete Google in seinem Unternehmensblog darüber, mit Google Poly eine Online-Plattform freigeschaltet zu haben, auf der 3D-Objekte für Apps, aber auch für den 3D-Druck abgespeichert werden können. Für die Erstellung der Objekte hatte Google schon vor einiger Zeit Tilt Brush und Google Blocks entwickelt, die in Google Poly mit eingebunden sind. Die Google Software Blocks unterstützte bislang ausschließlich VR-Brillen von Oculus Rift sowie HTV Vive. Mit Google Poly ist es nun auch möglich, Projekte aus vielen beliebigen Modellen auf die Plattform hoch- und herunterzuladen.

Jetzt möchte Google eigenen Angaben zufolge auch auf die Youtuber zugehen und auch anderen Interessenten die Möglichkeit bieten, auf die Arbeit aller Beteiligten zurückzugreifen. Google Poly soll nach Angaben Googles ein „Ort zum Browsen, Entdecken und Herunterladen von 3D-Objekten“ werden, also eine Art Community.

Google Poly Community
So vielfältig ist die Google Poly Community (Bild blog.google).

Schnelle Auffindbarkeit der Objekte

Google Poly ermöglicht es, 3D-Objekte sowie Szenen, die in den neu zu erstellenden Apps zum Einsatz kommen sollen, besonders schnell zu finden. Dies gilt natürlich auch dann, wenn die Vorlagen für den 3D-Druck verwendet werden sollen. Es wurden bereits Tausende von Modellen in die Plattform integriert, beispielsweise Roboter, Synthesizer, Eistüten und Leuchttürme. Wer an den einzelnen Modellen Änderungen vornehmen möchte, kann diese remixen. Dazu klickt man einfach auf „Gefällt mir“, um das Objekt so zu importieren und Änderungen vorzunehmen.

Poly wird – sobald der Remix veröffentlicht wird (Newsletter abonnieren) – das Objekt auch mit der ursprünglichen Variante verlinken. Um sich die Suche zu erleichtern, sind im Menü einige Themenbereiche aufgeführt. Natürlich können Sie über die Suchfunktion auch direkt nach einem Objekt Ihrer Wahl suchen. Zumindest derzeit ist es allerdings noch zu empfehlen, hier englische Suchbegriffe zu wählen. Hier bleibt es natürlich zu hoffen, dass Google entsprechende Abhilfe schafft.

GIF erstellen

Wer möchte, kann die Objekte nicht nur direkt in seine Apps einbinden oder mit dem 3D-Drucker in die Realität versetzen. Er hat auch die Möglichkeit, daraus ein GIF zu erstellen. Des Weiteren besteht die Möglichkeit, sich das Objekt in VR mittels Cardboard oder Daydream View anzeigen zu lassen.

GIF einer Sandburg
Hier wurde mit Google Poly das GIF einer Sandburg erstellt (Bild © blog.google)

Wissenswertes zu Google Poly

Der Begriff Poly leitet sich von Polygon ab. Die vorhandenen Daten exportiert die Software in das OBJ-Dateiformat. Somit sind die Daten auch für den 3D-Druck verwendbar. Die meisten der bisher vorhandenen Objekte stammen von Google Blocks, über das wir bereits im Juli berichtet hatten.

Für die von Google selbst, hauptsächlich aber für die von der Community bereitgestellten Objekte, gelten verschiedene lizenzrechtliche Vorgaben. Diese werden direkt bei dem einzelnen Objekt aufgeführt. Die meisten Objekte scheinen als CC-BY bereitgestellt zu werden. Das bedeutet, dass die Elemente kostenlos verwendet werden können, aber der Urheber genannt werden muss.

Google Poly Community Objekte
Eine kleine Auswahl der Google Poly 3D-Objekte (Bild blog.google).

Nicht unerwähnt bleiben soll, dass Google Poly sowohl dem Mobile-First-Ansatz folgt, aber sich auch am Laptop/PC optimal bedienen lässt. Wer sich einmal selbst davon überzeugen möchte, dass die Daten sich auch für den 3D-Druck verwenden lassen, aber noch keine eigene entsprechende 3D-Software installiert hat, der kann die Daten – sofern er einen PC mit Windows 10 Betriebsprogramm nutzt – an das bereits vorinstallierte Programm Microsoft 3D Builder übertragen lassen. Von dieser App aus ist es dann auch möglich, die Daten an einen 3D-Druck-Dienstleister zu versenden.

Nutzung

Die Nutzung von Poly ist direkt über den eigenen Google-Account möglich. Gleichzeitig ist die Plattform als Community angelegt. Favoriten werden mit „Gefällt mir“ gekennzeichnet, wie man es auch von den sozialen Netzwerken her kennt. Die so gekennzeichneten Objekte sind dann über den Ordner „Gefällt mir“ jederzeit abrufbar. Selbstverständlich können die erstellten Objekte auch über die sozialen Netzwerke geteilt werden.

Für jeden Designer, der sich mit AR, AV oder dem 3D-Druck beschäftigt, ist Poly eine richtige, einfach zu bedienende Fundgrube. Ob es damit aber im Bereich der additiven Fertigung Thingiverse und anderen Online-Plattformen für 3D-Druckvorlagen den Rang abläuft, bleibt abzuwarten.

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