Das in Arizona ansässige Raumflugunternehmen Vector Space System absolvierte im Mai mit der Vector-R-Rakete den ersten erfolgreichen Testflug. Diese Rakete wurde nun mit einem 3D-Injektor ausgestattet und startete Anfang August zum zweiten Mal.

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Das Raumfahrtunternehmen Vector Space Systems startete bereits im Mai den ersten Testflug einer Vector-R-Rakete. Dieses Modul ist unter anderem mit einem 3D-Injektor ausgestattet und wurde dazu konzipiert, geringe Nutzlasten in den Orbit zu befördern. Auch wir von 3D-grenzenlos haben in unserem Beitrag „Trägerrakete mit Motorkomponente aus dem 3D-Drucker erfolgreich gestartet“ bereits über den ersten Start berichtet.

Etwa ein Jahr, nachdem das Unternehmen die erfolgreiche Einführung seines P20-Sub-Orbit-Satelliten-Prototyps bekanntgab, ging die erste Rakete an den Start. Für den Sommer war ein zweiter Testflug geplant. Dieser Start wurde in der letzten Woche am Spaceport Camden (US-Bundesstaat Georgia) vollzogen. Hier kam eine Full-Scale-Vektor-R-Prototyp-Rakete, die Mikrosatelliten transportieren kann, zum Einsatz.

Vector R-Rakete auf Startrampe
Vector R-Rakete auf einer Startrampe. (Bild: © Vector)

Eine Besonderheit liegt nicht nur im ersten kundenorientierten Startbetrieb der Raumfahrt, sondern auch der historische Startort Camden selbst. Hier hatte die NASA in den 1960er Jahren Raketenmotoren getestet.

Für den Testflug erhielt Vector eine Reihe von Sponsorengeldern, so unter anderem von Sequoia Capital, Lightspeed Venture Partners und Shasta Ventures. Insgesamt nahm das Unternehmen dadurch 21 Millionen US-Dollar ein. Die Finanzmittel werden für verschiedene Ziele verwendet, so unter anderem die Entwicklung des ersten Galactic Sky-Satelliten sowie die Eröffnung seines Firmensitzes in Silicon Valley. Auch die Beschleunigung der Flugtestserie sowie den Bau von Anlagen für die Fertigung der Raketen sowie von Büros südlich des Tucson International Airports sollen so finanziert werden.

„Unser historischer Start ist heute ein Beweis für die harte Arbeit des Vector Teams, sowie die Unterstützung der NASA und des Spaceport Camden“, so Jim Cantrell, CEO und Co-Gründer von Vector Space Systems. „Gemeinsam sind wir auf dem schnellsten Weg, um im Jahr 2018 Orbital-Fähigkeit zu bekommen und freuen uns auf eine kontinuierliche Dynamik und beispielloses Wachstum im Laufe dieses Jahres.“

Zweck des zweiten Testfluges war es, den 3D-Druck-Injektor zu testen. Dieser wurde im Rahmen eines kollaborativen Forschungsprogramms mit dem NASA Marshall Space Flight Center entwickelt, nachdem Vector ein Stipendium der NASA Science, Technologie and Mission Directorate (STMD) im Rahmen des Flight Opportunities Programs erhalten hatte. Der Injektor wurde anstelle von mehreren Bauteilen in einem einzigen Stück gedruckt. Dadurch konnte sowohl die Gefahr möglicher Fehler, aber auch Reibungspunkte, Gesamtzeit und Herstellungskosten reduziert werden.

Raketenstart in Camden
Start der Vector R-Rakete in Camden. (Bild: © Vector)

Der Prototyp sollte in eine Höhe von maximal 10.000 Fuß transportiert werden und dann an einem Fallschirm kontrolliert zur Erde zurückkehren. An Bord der Vektor-R-Rakete befanden sich mehrere Testpakete, so unter anderem des Center for Appled Space Technology, des NASA Ames Research Centers sowie von Astro Digital, dessen kleine Satelliten Echtzeit-Satellitenaufnahmen zur Verfügung stellen.

Ron Young, seines Zeichens Manager des NASA Flight Opportunities-Programs, äußerte sich folgendermaßen: „Dies ist eine bedeutende Leistung für Vector und für die Initiativen der NASA, um Technologien für suborbitale und orbitale kleine Trägerraketen voranzutreiben.“

Während des Vector-R-Fluges kam auch zum ersten Mal die Funkentzündungstechnologie zum Einsatz, mit der der Booster-Hauptmotor gestartet wurde. Diese Technologie entwickelte Vector gemeinsam mit der NASA und der University of Alabama-Huntsville.

Neben den Testflügen möchte Vector weiterhin in die Forschung und Entwicklung von Mikrosatelliten investieren und wird dafür sicher auch den 3D-Druck nutzen. Dafür ist die Vector-R-Rakete nahezu prädestiniert, wurde sie doch dazu entwickelt, Nutzlasten von bis zu 130 lbs (etwa 58 kg) auf eine niedrige Erdumlaufbahn zu befördern.

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