Veterinärmedizin:

Knochen aus dem 3D-Drucker helfen bei der Operation von Hunden

 20. Dezember 2013  Marcel Thum  

Forscher und Veterinärmediziner der Auburn University College of Veterinary Medicine setzten erstmalig erfolgreich 3D-Drucker ein, zur Verbesserung der Vorbereitung von Operationen am Hund. Im Rahmen der Operationsplanung wurde mittels 3D-Scan ein identisches Imitat des zu operierenden Knochens mit dem 3D-Drucker erstellt und so vor dem operativen Eingriff am Knochen des besonders kleinen Hundes das Anbringen von Metallplatten, Winkeln und Schrauben exakt geplant werden.

Knochen vom Hund aus 3D-Drucker
Aus dem 3D-Drucker: An dem Plastik-Knochen wird vor der Operation an dem kleinen Hund das Anbringen von Metallplatten, Winkeln und Schrauben geprobt(Originalbild © // oanow.com).

Man merkt den Tierärzten und Wissenschaftlern der Auburn Universität ihren Stolz an, wenn sie über den Einsatz ihres 3D-gedruckten Knochens sprechen. Immerhin gehört der Fachbereich Medizin nicht unbedingt zu den nahen, verwandten Wissenschaften der Informatik, dem Maschinenbau oder der Informationstechnologie. Der Schritt sich mit der neuen, aufstrebenden Technologie 3D-Drucker auseinanderzusetzen war daher nicht gleich logisch.

„Der Drucker war die perfekte Entscheidung für das Institut für Veterinärmedizin.“ (Ashley Burt; Direktor für Information und Angewandte Technologien sowie Mitglied im IT-Komitee der Universität Auburn)

Die Offenheit gegenüber der neuen Technologie wurde nun mit Erfolg gekrönt. Und in Anbetracht der anstehenden Operation für den besonders kleinen Hund, liegt die Freude wohl noch viel mehr bei ihm und der zukünftigen Risikoverminderung für den operativen Eingriff bei Hunden.

Mittels einem 3D-Scan-Verfahren, wie es auch bereits in der Paläontologie eingesetzt wird, werden die Knochen des Hundes vor der Operation gescannt (ohne den Hund öffnen zu müssen) und als CAD-Datei den Tierärtzen digital zur Verfügung gestellt. Die Ärzte können nun den Knochen digital bearbeiten und mit einem 3D-Drucker ein identisches Imitat des Hundeknochens erstellen. Anschließend wird der operative Eingriff direkt am Plastik-Knochen geprobt (Anbringen von Metallplatten, Schrauben und Winkel) und so alle möglichen Eventualitäten durchgespielt, um das für den Hund bestmögliche Operationsergebnis zu erzielen.

Die 3D-Technologie erwies sich als äußerst hilfreich bei der Planung eines chirurgischen Eingriffs für einen kleinen Hund“ (Dr. Don Sorjonen, emeritierter Professor für Neurologie und Neurochirurgie)

Das Ärzteteam um Dr. Don Sorjonen ist sehr stolz auf sein neues Verfahren zur Operationsvorbereitung bei Hunden. „In der ersten Woche nach Erhalt des 3D-Druckers wurde er bereits erfolgreich eingesetzt und eine chirurgische Lösung für ein kompliziertes Problem geschaffen“, freut sich Sorjonen, wie auf oanow.com berichtet wird.

Allerdings gibt es noch viele weitere Möglichkeiten, die sich mit Lehre der Technologie ergeben. Wir sind zuversichtlich, dass auch andere Mitglieder der Fakultät diese Innovation mit in ihre Lehre integerieren.” (Ashley Burt; Direktor IT-Kommitee)

Man plane bereits den 3D-Druck ganzer Modelle zur Knochen-Anatomie von Hund, Pferden und anderen Tieren mit dem neuen 3D-Drucker, um die Operationsvorbereitung noch weiter zu verbessern und auf andere Tiere auszuweiten. Das Projekt, einen 3D-Drucker im Rahmen der Operationsprozesse der Universität einzusetzen, sei im Rahmen eines Stipendienprogramms der Universität Auburn eingerichtet wurden, um mehr technische Innovationen auf Vorteile für die Medizin überprüfen zu können. Burt hofft nun, dass die innovative 3D-Drucktechnologie nun schnell auch an anderen Universitäten und Kliniken Einsatz findet.

3D-Drucker im Rahmen der Medizin

Nicht das erste Mal setzten Forscher der Medizin auf die technischen Möglichkeiten der 3D-Drucker (zur Themenseite „3D-Drucker in der Medizin“…). Das britische Unternehmen Fripp Design versucht sich seit einiger Zeit an der Erstellung menschlicher Gesichtsprothesen. Auch die Neurologie und Chirurgie erkennen den Nutzen der 3D-Drucker. So wurden erst kürzlich Schädel-Imitate erstellt, die es Medizinstudenten ermöglichen, unter nahezu realistischen Bedingungen einen Eingriff am Hirn eines Menschen zu trainieren (zum Video…). Veterinäre, Tierliebhaber und Tierschützer durften sich erst kürzlich über eine weitere Nachricht, dank der 3D-Drucker, freuen. So lautete die Aussage eines britischen Forschers: „3D-Drucker können Tierversuche stoppen!

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