In Australien ist eine Debatte über Waffen auf dem 3D-Drucker entbrannt. Politiker diskutieren die Möglichkeiten zur Verschärfung der Waffengesetze bezüglich nicht-lizenzierter, selbst-hergestellter Schusswaffen, u.a. mit dem 3D-Drucker.

Logo Senat AustralienCody Wilson gilt als Pionier auf dem Gebiet Schusswaffen mit einem 3D-Drucker herzustellen. Sein Unternehmen, Defense Distributed, veröffentlichte im Jahr 2012 die CAD-Dateien einer schussfähigen Pistole (der „Liberator“) im Internet, die sich jeder selbst zu Hause mit einem 3D-Drucker nachbauen kann. Unregistriert. Schussfähig. Allein in den ersten beiden Tagen erreichten die digitalen Modell-Dateien der Pistole 200.000 Downloads. Bis heute sind es weiter über eine Million.

Auch wenn sich in Zukunft die zunehmende Anzahl und Verbreitung von CAD-Dateien für Schusswaffen nicht – oder nur sehr schwer – verhindern lässt, so ist es immerhin die Aufgabe der Politik über Gesetze zum Schutz der Gesellschaft zu debattieren, die weniger die 3D-Drucker an den Pranger stellen und zerdebattieren als vielmehr Wege und Möglichkeiten aufzeigen die – wenn auch minimale – aber vorhandene Gefahr von Waffen aus dem 3D-Drucker zu unterbinden.

Natürlich ist die Folge eine Debatte über schärfere Waffengesetze. Wie auch jetzt in Australien. Angezettelt wurde die laufende, australische Debatte von dem Opfervertreter von Straftaten, der Victim of Crime Assistance League, Howard Brown, der mit dem australischen Senat über die Waffengefahr aus dem 3D-Drucker sprach.

Er forderte die Politiker auf, „Schritt zu halten mit dem Stand der Technik“. Die Gesetze müssten es den Gerichten leichter machen Straftaten mit Schusswaffen aus dem 3D-Drucker adäquat zu bewerten um keine Schlupflöcher für Kriminelle zuzulassen. Brown weist aber auch auf die Schwierigkeiten einer solchen Gesetzesanpassung hin.

Der australische Senat, Brown und weitere Teilnehmer der öffentlichen Debatte kamen jüngst zu dem Ergebnis, es müssen Studien angestellt werden, die aktuelle Statistiken über Waffengewalt mit Pistolen und Gewehren aus dem 3D-Drucker in Australien aufzeigen. Im Moment sehen die Behörden keine nennenswerten Anstieg der Waffengewalt seit Beginn und anhaltenden. stark wachsenden Popularität der 3D-Drucker in australischen Haushalten. Die Studie soll nun Klarheit bringen.

Neben Australien wird auch in anderen Staaten die Gefahr aus dem 3D-Drucker von Schusswaffen debattiert und Gesetze angepasst. Zum Beispiel schulte die Schweiz sämtliches Sicherheitspersonal seiner Flughäfen auf die Gefahr hin von Plastikpistolen. In Deutschland gab das Bundeskriminalamt (BKA) eine öffentliche Warnung heraus und in verschiedenen anderen Staaten wurden bereits neue Waffengesetze verabschiedet oder bestehende Waffengesetze verschärft, wie in Kanada, Philadelphia und auch Großbritannien, die eine Herstellung von Schusswaffen mit dem 3D-Drucker mit bis zu zehn Jahren Haft bestrafen.

Eine Pistole aus Metall mit additiver Fertigung

Pistole aus 3D-Drucker in Metall
Die „Browning 1911 Metal Replica“ von Soilid Concepts ist eine schussfähige Pistole aus dem 3D-Metalldrucker (Bild © Solid Concepts).
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