Logo APWorksDer europäische Flugzeughersteller Airbus hat für sein innovatives Modellprojekt in Form einer bionischen Trennwand aus dem 3D-Drucker den Bundespreis „Ecodesign“ 2016 für zukunftsweisendes Design erhalten. Überreicht wurde der Preis von Maria Krautzberger, der Präsidentin des Umweltbundesamtes. Das Unternehmen APWorks hatte die Trennwand im Auftrag von Airbus hergestellt und verwendete dafür seine 3D-Drucktechnik. Beim Deutschen Zukunftspreis 2015 ging Airbus zuletzt überraschend leer aus.

Bastian Schäfer, Peter Sander (beide Airbus)
Peter Sander (Mitte9 und Bastian Schäfer (links) von Airbus erhalten den Bundespreis Ecodesign 2016 (Bild © APWorks).

Bei der „Bionic Partition“ handelt es sich um eine Trennwand, die zwischen dem Passagierraum und der Bordküche steht. Die Öffnung für die Notfalltrage und ein ausklappbarer Notfallsitz stellte die größte Herausforderung bei der Entwicklung des Bauteils dar, berichtet AIRBUS APWORKS GmbH in einer Mitteilung gegenüber 3D-grenzenlos.

Vorteile der additive gefertigten Trennwände

Das Ergebnis der Ingenieure von APWorks ist eine gegenüber traditionellen Trennwänden deutlich leichtere Trennwand, die es auf eine Gewichsteinsparung von 45 Prozent schafft. Das hat eine Kerosinverbrauch und damit eine geringere CO2-Belastung für die Umwelt zur Folge. Die Experten rechnen mit der Einsparung von 10 Tonnen pro Jahr für jedes Flugzeug, dass mit den Trennwänden aus dem 3D-Drucker ausgestattet wird.

Die Trennwände können dank der additiven Fertigung auch für bestehende Flugzeugkabinen angepasst und nachträglich eingebaut werden. Einzelne Bauteile können außerdem bei Bedarf ersetzt und das verwendete Material wiederverwendet werden.

 

Die Vergabe des Ecodesign Awards erfolgt seit 2012 jährlich vom Bundesumweltministerium (BMUB) und durch das Umweltbundesamt (UBA) in Zusammenarbeit mit dem Internationalen Design Zentrum Berlin (IDZ) an innovative Unternehmen und für Ideen auf dem Gebiet des ökologischen Designs.

„Airbus zeigt mit der ‚Bionischen Trennwand‘ in beispielhafter Weise auf, welche Möglichkeiten generative Fertigung bietet. […] Die astähnlichen Strukturen bieten einen Ausblick auf das formalästhetische Potential der topologischen Optimierung.“, so Jurymitglied Professor Matthias Held, Hochschule für Gestaltung Schwäbisch Gmünd und  Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Designtheorie und Forschung DGTF.

Im Rahmen eines gemeinschaftlichen Projektes zwischen Airbus und Autodesk entstand das Design der Bionic Partition. APWorks fertigte die Bauteile anschließend mit einem 3D-Drucker unter Verwendung der Aluminiumlegierung Scalmalloy®, die speziell für den 3D-Druck entwickelt wurde. Scalmalloy ist korrosionsbeständig, vereinigt die Leichtigkeit von Aluminium und die Festigkeit von Titan in einer neuen Aluminiumlegierung.

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