Massentauglicher 3D-Druck – vielleicht liegt er gar nicht mehr in allzu weiter Ferne. Das US-Startup Carbon möchte dazu beitragen, dass diese Vision Realität wird und hat dazu eine neue Technologie entwickelt.

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Carbon LogoDas US-Startup Carbon wurde mit 222 Millionen US-Dollar (ca. 206 Millionen Euro) von GE Ventures und Google Ventures sowie weiteren Investoren unterstützt. Es wurde von Joseph DeSimone mitbegründet, der CEO der jungen Firma ist.

Carbon M2 3D-Drucker
Der Carbon M2 3D-Drucker ermöglicht die Fertigung höherer Objekte. (Bild: © Carbon)

Das Unternehmen stellt sich der Aufgabe, den 3D-Druck von Kunststoffen massentauglich zu machen, und entwickelte dafür das Verfahren „digitale Lichtsynthese“, welches mit Flüssigharz als Druckmaterial arbeitet. Ein Arm bewegt das gewünschte Objekt stückweise aus dem Harzbad heraus, wobei es mittels eines Digitalprojektors durch ultraviolettes Licht entsteht. Der Digitalprojektor sendet dauernd ultraviolettes Licht auf die Unterseite und sorgt für eine Verfestigung der lichtempfindlichen Tinte.

Das neue Druckverfahren soll die drei wichtigsten Probleme lösen und so den 3D-Druck aus der Nische holen. Die geringe Baugeschwindigkeit, die beschränkte Materialauswahl und mangelnde Festigkeit der Produkte möchte Carbon mit der „digitalen Lichtsynthese“ beheben. Der US-Druckerkonzern HP und das Unternehmen Desktop Metal arbeiten ebenfalls an einer Lösung der gleichen Probleme.

Carbon gewinnt mit seinem neuartigen Druckverfahren verstärkt Kunden. Einer der Kunden ist der Sportartikelhersteller Adidas. Wie Adidas-Kreativdirektor Paul Gaudio berichtet, sei das Volumen und das Tempo, das mit der digitalen Lichtsynthese erreicht werden kann, beispiellos. Es sei fast Zauberei. Die 3D-Drucker des Startups möchte Adidas einsetzen, um elastische Mittelsohlen mit Gitterstruktur herzustellen.

Adidas Schuh mit 3D-gedruckter Mittelsohle
Mit den Carbon 3D-Druckern sollen die Mittelsohlen der Adidas Schuhe hergestellt werden. (Bild: © Carbon)

Die Sohle wird genau an den Träger angepasst, indem die Geometrie der Gitterstruktur entsprechend optimiert wird. Im Winter 2017 sollen die ersten 5000 Schuhpaare gedruckt werden und 2021 sich die Produktion auf Millionen belaufen. Die weiteren Kunden der Firma, die in der kalifornischen Stadt Redwood City ansässig ist, fertigen Komponenten für Kühlsysteme, Serverfarmen und Elektromotorräder, die mit anderen Verfahren überhaupt nicht oder nur sehr kompliziert gefertigt werden könnten.

3D-Drucker
Die SpeedCell Fabrik für schnelle 3D-Drucke (Bild © Carbon).

Im März hatte Carbon3D, das sich jetzt nur noch Carbon nennt, mit Carbon SpeedCell ein neues innovatives 3D-Druck-System vorgestellt, mit dem der 3D-Druck für industriellen Anwendungen weiter beschleunigt werden soll. Von der Firma wurde die CLIP-Technologie und der bekannte 3D-Drucker M1 entwickelt. Carbon3D kündigte im Herbst 2016 eine internationale Expansion an. Der US-Autokonzern Ford Motor Company setzt die CLIP-Technologie zur Herstellung von Kunststoffteilen für Autos ein.

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