Interview mit Markus Effinger:

Air Liquide veröffentlicht kostenlosen Leitfaden zum Einstieg in die additive Fertigung auf formnext 2017

 14. November 2017  Marcel Thum  

Im Zuge der laufenden formnext 2017 hat eines der führenden Unternehmen bei Gasen für Industrie, Medizin und Umweltschutz, Air Liquide aus Frankreich, einen kostenlosen Leitfaden für den Einstieg in die additive Fertigung veröffentlicht. Im Interview berichtet Markus Effinger, Market Manager und Experte für 3D-Druck bei Air Liquide, zu dem Thema.

In Frankfurt ist heute die formnext 2017 gestartet und auch der französische Industriekonzern hat sich entsprechend auf das weltweite TOP-Event der additiven Fertigungsindustrie vorbereitet. In einem Interview berichtet der Market Manager von Air Liquide, Markus Effinger, zur Entwicklung der additiven Fertigung in der modernen Industrie und unserer Gesellschaft. Beantwortet wird auch die Frage, ob sich ein Einstieg oder Umstieg in den industriellen 3D-Drucker für Unternehmen zum Zeitpunkt jetzt schon lohnt oder zukünftig lohnen wird.

Additive Fertigung ist im Moment in aller Munde. Wo steht die Industrie heute und wo geht die Reise hin?

Markus Effinger
Im Interview, Markus Effingerr, Market Manager bei Air Liquide (Bild © Air Liquide).

Die additive Fertigung – oder industrieller 3D Druck – ist definitiv aus dem Schatten der Prototypenfertigung getreten. Sie entwickelt sich zur Technologie für die Serienproduktion. Das selektive Laserstrahlschmelzen beispielsweise hat sich vielversprechend etabliert. Wer früh den Einstieg
gewagt hat, genießt bereits erhebliche Wettbewerbsvorteile. Immer mehr Unternehmen möchten deshalb von den wirtschaftlichen und technologischen Vorteilen des Verfahrens profitieren.

Aller Anfang ist schwer und viele Unternehmen stellen sich vermutlich aktuell dieselbe Frage: Wie gelingt der Einstieg in die additive Fertigung?

Additive Fertigung auf effiziente Weise einzuführen ist tatsächlich für viele eine schwierige Aufgabe. Es fehlt das Know-How. Um das volle Potenzial zu heben, müssen Konstrukteure umdenken und auch vor- und nachgelagerte Prozesse berücksichtigt werden. Das gelingt vielen Unternehmen durch ein interdisziplinäres Team. Dieses prüft im ersten Schritt systematisch das Potenzial der additiven Fertigung für einzelne Bauteile und Komponenten.

Natürlich gibt es noch viele weitere Punkte zu beachten. Kürzlich haben wir deshalb in Zusammenarbeit mit der Fraunhofer-Gesellschaft einen Leitfaden veröffentlicht. Darin fassen wir die wichtigsten Tipps für den Einstieg in das Laserstrahlschmelzen zusammen. Der Leitfaden ist für jedermann verfügbar und kann kostenlos unter 3ddruck.airliquide.de heruntergeladen werden.

Additive Fertigung ist also weit mehr, als einen 3D-Drucker aufzustellen. Wie hat sich Air Liquide auf diese Komplexität eingestellt?

Wir unterstützen unsere Kunden bei der Optimierung ihrer industriellen Produktion. Mit Maschinenherstellern arbeiten wir an der wirksameren Verwendung von Gasen bei ihren Prozessen. Gase sind in der additiven Fertigung nicht nur am Herstellungsprozess selbst beteiligt. Sie leisten auch in vor- und nachgelagerten Prozessschritten gute Dienste. Wir betrachten deshalb die gesamte Wertschöpfungskette. Je nach Bedarf, Platzangebot und Verbrauchsmenge finden sich individuelle Lösungen. Im besten Fall
berücksichtigen diese vorausschauend auch künftige Entwicklungen.

Der 3D-Druck-Leitfaden kann unter dem folgenden Link kostenlos heruntergeladen werden: 3ddruck.airliquide.de. Die Experten des Unternehmens können auch persönlich zum Thema befragt werden und finden Sie auf der laufenden formnext-Messe in Halle 3.0, Stand C91 . Mehr News und Weltneuheiten der formnext 2017 auch täglich in unserem kostenlosen 3D-Druck-Newsletter.

3D-Druck von SLM Solutions bei Air Liquide
Additive Manufacturing: Air Liquide und der deutsche 3D-Drucker-Hersteller SLM Solutions (Bild © industrie.airliquide.de).

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