Das Tokioter Startup exiii hat eine modische Handprothese mit Unterstützung eines 3D-Druckers entwickelt. Die Materialkosten der aus 60 Einzelteilen bestehenden Handprothese belaufen sich auf nur rund 250 Euro, während eine konventionell gefertigte Prothese mehr als 10.000 Euro kosten kann.

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Logo exiiiexiii ist ein 3D-Druck-Startup aus Japan. Der aktuelle Prototyp einer bionischen Hand aus dem 3D-Drucker namens Hackberry wird mittels Smartphone über einen einfachen Infrarotsender gesteuert. Der Infrarotsender erkennt die Bewegungen der Bizepsmuskeln unter der Haut. Der Daumen, Zeigefinger und die übrigen drei Finger werden von drei Motoren als Einheit bewegt. Das Handgelenk bewegt sich flexibel.

Mit der 650 Gramm leichten Handprothese lassen sich Schulbänder knoten, Buchseiten umblättern und Reisverschlüsse öffnen. Die Betriebszeit des austauschbaren Akkus beläuft sich auf bis zu 12 Stunden. Das Design der Handprothese beeindruckt mit weichen Kurven und einem futuristischen Äußeren. Das Unternehmen erhielt für die Handprothese den IF-Design-Preis in Gold und die Auszeichnung „Best 100“ beim Good Design Award 2015.

Hackberry
Handprothese Hackberry: Schuhe binden, Reißverschluss schließen, Essen greifen – kein Problem mit der Handprothese aus dem 3D-Drucker, verspricht der japanische Hersteller exiii (Screenshot © YouTube; Futura-Sciences).

Markenprodukt Handprothese?

Nach Angaben des Mitgründers Genta Kondo, sollen die modischen Prothesen aus dem 3D-Drucker zu einem Trendartikel wie etwas Marken-Turnschuhe werden. Die Marktnische ist zu klein für große Stückzahlen, doch die Träger könnten verschiedene Prothesen für unterschiedliche Anwendungen nutzen.

Wer glaubt an die Idee von exiii? Das Startup sammelte für seine Geschäftsidee per Online-Crowdfunding einen Betrag von 26.000 Euro ein. Zusätzlich stieg ein japanischer Inkubutor als Anteilseigner bei exiii ein und beim Wettbewerb Google Impact Challenge konnte exiii weitere 190.000 Euro Preisgeld abräumen.

Was sagt die Medizin? Die ersten klinischen Tests haben begonnen und Mitgründer Kondo möchte vor allem mit Service-Angeboten sein Geld verdienen. Die kommerzielle Markteinführung der modischen Handprothese soll im kommenden Jahr erfolgen und die Hackberry zum Herstellungspreis angeboten werden. Bis dahin dürfte es aber noch einiges an medizinischen Tests bedürfen, über deren Ergebnisse wir Euch wie gewohnt in unserem Newsletter informieren.

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