Logo EvonikDas börsenorientierte Chemieunternehmen Evonik Industries AG konnte die Vor-und Basisplanung zum Bau einer neuen Fabrik zur Herstellung von Polyamid 12 (PA12) zum Jahresende 2018 erfolgreich abschließen und beginnt jetzt mit der Umsetzung des Projekts. Im ersten Halbjahr 2021 soll der Anlagenkomplex zur Herstellung von PA 12 für den industriellen 3D-Druck seine Arbeit aufnehmen, berichtet Evonik.

400 Millionen Euro in die Fabrik investiert

Auf rund 400 Millionen Euro beläuft sich die Investition in die Fabrik. Das ist die größte Investitionssumme von Evonik in Deutschland und zeigt auch die zunehmende Bedeutung anspruchsvoller Materialien für den industriellen 3D-Druck und andere Wachstumsmärkte. Die Gesamtkapazität für PA 12 steigt mit der neuen Anlage um über 50 Prozent. Im Chemiepark Werl werden dazu neben der schon existierenden PA12-Produktion weitere Produktionswerke zur Herstellung des Polymers und seiner Vorstufen aufgebaut.

Evonik Gebäude
Die Gesamtkapazität für PA 12 steigt mit der neuen Anlage um über 50 Prozent (Bild © Evonik).

Im Januar übernahm Evonik die US-Neugründung Structured Polymers und erhielt dadurch Zugang zu einer neuen patentierten Technologie, mit der das vorhandene Produktportfolio an speziellen Kunststoffpulvern für den 3D-Druck erweitert wird.

Laut Dr. Ralf Düssel, Leiter des Geschäftsbereichs High Performance Polymers bei Evonik, sei das Projekt „eine besondere Herausforderung“. Allein in der Planungsabteilung würden dafür rund 80 Ingenieure arbeiten. Ein weltweit tätiger, angesehener Engineering-Dienstleister wurde damit beauftragt, die Detailplanung von Teilprojekten durchzuführen, heißt es in der Mitteilung weiter.

„Diese Investition unterstützt hervorragend die konsequente Ausrichtung von Evonik auf die Spezialchemie, denn Polyamid 12 ist als Hochleistungspolymer für spezielle Anwendungen ein wichtiger Teil des strategischen Wachstumskerns Smart Materials. Darüber hinaus sind Produkte aus PA 12 meist ressourcenschonend: Sie sind langlebig, z.B. in Gasleitungen, erfordern geringere Wartung als etwa Stahlbauteile und tragen z.B. im Auto zum Leichtbau bei.“ Dr. Claus Rettig, Leiter des Segments Resource Efficiency.

PA12 schont Ressourcen und ist langlebig

Der Anlagenkomplex wird während der laufenden Produktion aufgebaut, was besondere Sicherheitsstandards bedeutet, weil zu den Baubereichen noch Flächen für die Baucontainer, Vormontage und Materiallager notwendig sind. Nach dem Start der neuen Produktionsstätte könne man die vorhandenen Strukturen für den Vertrieb der Produkte nutzen, die bereits seit einem halben Jahrhundert existieren.

Das Polymer Polyamid 12 kommt in attraktiven Wachstumsmärkten wie der Öl- und Gasindustrie, dem Automobilbau und dem industriellen 3D-Druck zum Einsatz. Laut Dr. Claus Rettig, dem Leiter des Bereichs Ressource Efficiency, seien Produkte aus PA 12 meist ressourcenschonend und langlebig. Vor zwei Jahren sorgte Evonik mit einer Drohne aus dem 3D-Drucker für Aufmerksamkeit. Ende letzten Jahres stellte Evonik das erste flexible PEBA-Pulver für 3D-Drucker vor.

Der Hochleistungskunststoff Polyamid 12 im Video

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