Sichen Sun lebt in Australien und ist großer „Cosplay“ Fan. Für seine Kostüme hatte er jetzt mit seinem 3D-Drucker eine große Zahl realistischer Waffen-Repliken gedruckt, die ihm jetzt zum Verhängnis werden. Denn der Besitz und vor allem Verkauf derartiger Waffen wird in Australien mit voller Härte bestraft. Sun drohen im schlimmsten Fall bis zu 14 Jahre Haft.

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Der 28-jährige Sichen Sun aus Australien hatte einfach nur Requisiten für den japanischen Verkleidungstrend „Cosplay“ erstellt. Doch jetzt wurde er wegen sechs Straftaten in Bezug auf den Besitz einer nicht autorisierten Schusswaffe verurteilt, wegen Besitz einer Pistole ohne Lizenz und Werbung für eine Feuerwaffe, die er zu verkaufen versuchte.

Portrait Sichen Sun
Der junge Cosplay-Fan SIchen Sun wollte eigentlich nur Waffen für seine Cosplay Kostüme nachbauen (Bild © Sichen Sun).

Eine funktionstüchtige Schusswaffe wurde zum ersten Mal im Jahr 2013 von Defense Distributed hergestellt. Waffen aus dem 3D-Drucker sind bereits seit den Anfängen des 3D-Drucks ein heißes Thema. Heutzutage gehört die Online-Verteilung der Waffen-Designdateien zu den aktuellen Problemen in vielen Ländern. In Australien herrschen schon seit Jahren besonders harte Gesetze bei 3D-gedruckten Waffen, was der Mann aus New South Wales am eigenen Leib erfahren musste. Obwohl laut seinen Aussagen „keine echte Feuerwaffe repliziert wurde“, sondern nur Repliken eines MA5C aus dem Spiel Halo sowie eine P90 Maschinenpistole aus Stargate, war das Detail der Nachbildung für die Gerichte irrelevant. Schon im letzten Jahr drohten einem Mann wegen illegalem Besitz von Schusswaffen aus dem 3D-Drucker und weiterer illegaler Waffen bis zu 20 Jahre Haft.

Wegen Waffenverkauf droht Höchststrafe

Beschlagnahmte Waffen von Sichen Sun
Waffen, die aus Sichen Suns Wohnung beschlagnahmt wurden (Bild © New South Wales police).

Sun ist die erste Person in Australien, die wegen Besitz einer digitalen Vorlage für eine 3D-gedruckte Feuerwaffe verurteilt wurde. Er hatte die Dateien für die erstellten Schusswaffen auf MyMiniFactory gefunden. Eine Liebhaberei war geboren und zwar die, detailgenaue Nachbildungen von Waffen für Cosplay-Zwecke herzustellen. Anschließend bot Sun eine seiner 3D-gedruckten Waffen in einer privaten Facebook-Gruppe zum Verkauf. Die Höchststrafe für eine solche Straftat beträgt 14 Jahre Gefängnis. Sun wurde im März 2017 verhaftet, nachdem sein Haus durchsucht wurde. Jetzt bezeichnet er seine Aktionen als albern und naiv und gestand, dass er  gar nicht an die Gesetzeslage gedacht hatte.

Die meisten Leute würden wahrscheinlich zustimmen, dass Kostümrequisiten nicht gefährlich sind, aber die Härte des australischen Gesetzes bezeichnet alle Arten von 3D-gedruckten Feuerwaffen, echt oder nicht, als kriminell.

Absicht ist beim Gesetz irrelevant

Es ist jedoch ironisch, dass die erste Person, die nach dem Gesetz verurteilt wird, 3D-Druckwaffen nur für Cosplay-Zwecke herstellt. Viele fragen sich, ob das Gesetz tatsächlich unnötig hart ist und wo eigentlich die Linie zwischen einer echten Waffe und einem Liberator liegt? Suns Anwalt wiederholte, dass es nie irgendeine Absicht gab, die Requisiten zu funktionellen Waffen zu machen. Absicht ist jedoch beim Gesetz irrelevant und Sun zahlt den Preis. Seine Verurteilung wurde bis Ende August vertagt, aber er hat daran gearbeitet, die Nachricht von den Gefahren, die 3D-Druckwaffen mit sich bringen, zu verbreiten, indem er Broschüren über die Gesetzgebung von New South Wales u.a. in 3D-Drucker Läden und auf der Comic-Con und der Supanova Comic-Con. „Ich möchte nicht, dass jemand dasselbe durchmacht, was ich in den letzten 18 Monaten erlebt habe“, sagte er.

Cosplay Waffe 3D gedruckt von Simone Fontana
Sichen Sun drohen nun 14 Jahre Haft (Bild © Simone Fontana).

Sun ist wie eingangs geschrieben keineswegs die erste Person, die 3D-gedruckte Waffen hergestellt hatte. Die meisten, die das getan haben, wurden jedoch (noch) nicht verhaftet, da es klar war, dass ihre Kreationen nur Nachbildungen sind. Viele Leute sind sich einig, dass die Waffengesetze der Vereinigten Staaten verschärft werden müssen, aber zumindest erkennen diese Gesetze den Unterschied zwischen einem Spielzeug und einer echten Waffe an. In den USA wurde erst letzte Woche der legale Vetrieb von druckbaren 3D-Modellen über das Internet in letzter Sekunde gestoppt.

Obwohl Sun die klare Absicht hatte, die Waffen nur zu Cosplay-Zwecken zu verwenden, sahen seine Waffen deutlich echter aus, als eine Menge anderer Cosplay-Requisiten. 14 Jahre Gefängnis sind trotzdem eine deutlich zu harte Strafe. Wir werden noch sehen, welcher endgültiges Urteil am Ende des Monats fallen wird (mehr dazu in unserem Newsletter). 3D-gedruckte Waffen sind in den Medien aktuell ein großes Thema und werden auch in der Politik immer häufiger diskutiert.

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