Hardshell Labs rettet mit Repliken aus dem 3D-Drucker Schildkrötenbabys vor Raubvögeln. Auch die geometrische Landschildkröte soll so gerettet werden.

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Bereits in mehreren Fällen wurde die 3D-Druck-Technologie erfolgreich genutzt, um Tiere zu schützen. Köder wie Schildkröteneier wurden genutzt, damit Wilderei gestoppt wird. Mit dem neuesten Projekt will US-Wüstenbiologe und Mitbegründer von Hardshell Labs, Tim Shields, Schildkrötenpanzer mit dem 3D-Drucker herstellen und so hungrige Raubvögel täuschen. Ziel ist es, die hilflosen Babyschildkröten in der kalifornischen Wüste langfristig zu schützen.

Es dauert eine Weile, bis sich der Panzer einer Babyschildkröten vollständig entwickelt hat, um Feinde abzuwehren. Naturschützer habe viele Methoden ausprobiert, um Babyschildkröten zu schützen. 3D-gedruckte Panzer imitieren echte Schildkröten, weshalb Raubtiere vom Angriff der Babys absehen. Forscher haben so außerdem die Chance, das Verhalten der Raubtiere zu studieren.

Schildkröten-Replik aus dem 3D-Drucker. (Bild © Hardshell Labs)
Schildkröten-Replik aus dem 3D-Drucker. (Bild © Hardshell Labs)

Im vergangenen Jahr wandte sich Hardshell Labs an Autodesk und Think2Thing, zwei Unternehmen, die sich mit 3D-Druck beschäftigen. Sie suchten Hilfe bei der Ausarbeitung des 3D-gedruckten Schildkrötenpanzer-Projekts.

Phase 1: Schildkrötenbabys schützen und Raubvögel beobachten

Autodesk nutzte Photogrammetrie, um die 3D-Panzer-Designs zu entwickeln. Think2Thing druckte 3D-Plastikrepliken der Schildkrötenpanzer. Phase eins des Projekts – die Prüfung der Replik, um herauszufinden, ob es Raubvögel anlocken könnte – war erfolgreich. Kameras in der Nähe der 3D-gedruckten Schildkrötenpanzer nahmen die Raubvögel auf, die versuchten, den Köder anzugreifen.
Die Forscher wollten die Köder dazu nutzen, die Häufigkeit der Angriffe zu beurteilen. Sie zeichneten die Angriffe auf und studierten mit den entstandenen Aufnahmen das Verhalten. Roboter-Versionen sorgten für Bewegung in der Gleichung. Sie experimentierten ausgiebig und wollten dafür sorgen, dass die Raubvögel am Ende die Schildkrötenbabys gar nicht mehr spannend fanden.

Shields mit Schildkröten-Replik.
Shields mit Schildkröten-Replik in der Wüste. (Bild © Hardshell Labs)

Shields meinte dazu, „wenn wir genug Erfahrungen sammeln, können wir auch andere schutzlose Tiere vor Angriffen bewahren. Auch der olfaktorische Faktor wurde nicht vernachlässigt. Wir haben die Möglichkeit, die Beute mit Gerüchen zu versehen, damit sie umso echter wirken“.

Phase 2: Raubvögel stoppen

In der zweiten Phase wurden die Raubvögel gestoppt, bevor sie die Schildkröten angreifen konnten. Dies geschah durch das Befüllen des Inneren der 3D-Schildkrötenpanzer mit einer Substanz. Drucksensoren auf dem Rücken der Panzer gaben Pfefferspray ab, sobald ein Raubvogel einen Angriff versuchte. Nach einigen Fehlschlägen ließ er dann vom vermeintlichen Opfer wieder ab.

Zerstörte Schildkrötenpanzer.
Von Raubvögeln zerstörte Babyschildkrötenpanzer. (Bild: © Courtesy Sam Schipani)

Nächstes Ziel: Die Rettung der geometrischen Landschildkröte

Auch die geometrische Landschildkröte in Südafrika kann von diesem 3D-Druckexperiment profitieren. Sie befindet sich in einem kleinen Abschnitt im südwestlichen Kap von Südafrika. Sie ist sehr klein, hat einen gewölbten Panzer und ein schwarzes Streifenmuster. 90% ihres natürlichen Lebensraums hat sie schon verloren. Sie zählt zu den 25 am meisten gefährdeten Schildkröten der Welt.

Landschildkröte und Wüstenschildkröte im Vergleich.
Die Panzer der geometrischen Landschildkröte und der kalifornischen Wüstenschildkröte. (Bild ©Lameez Omarjee)

Professor Margaretha Hofmeyr, eine südafrikanische Zoologin, deren Ziel es ist, Schildkröten vor dem Aussterben zu schützen, hörte vom 3D-Druck-Experiment mit den kalifornischen Wüstenschildkröten. Sie sah darin einen Weg, auf ähnliche Art auch die geometrische Schildkröte zu beschützen. Hofmeyr und Dzambazova wurden einander vorgestellt und entwickelten gemeinsam einen Prototypen.

Eins haben die 3D-gedruckten geometrischen Schildkrötenpanzer und die der Schildkröten in Amerika gemeinsam – den UV-Schutz, damit die Farben nicht verblassen. Es müssen noch einige Daten gesammelt werden, um die Entwicklung voranzubringen. Doch am Ende kann dieses Projekt, das von der Autodesk-Stiftung finanziert wird, viele Schildkröten retten.

Mit Repliken aus dem 3D-Drucker hat man bereits Korallenriffe und Fische gerettet. Zahlreiche ähnliche Beispiele können hier nachgelesen werden.

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