"Der coolste Vater der Welt":

Vater und Sohn erstellen Surfbrett mit 3D-Drucker

 13. November 2014  Andreas Krämer  

Ein echtes Surfbrett mit dem 3D-Drucker drucken? „Schaffst du nicht“, sagte Sohn Matej Roth zu seinem Vater. 164 Tage und 1.028.117 mm Filament später war das Surfbrett fertig. Gedruckt mit dem heimischen 3D-Drucker. Und Vater Jody in den Augen seines Sohnes der „coolste Vater der Welt“.

Surfbrett aus dem 3D-Drucker
Stlz präsentiert Sohn Matej sein Surfbrett aus dem 3D-Drucker, das er gemeinsam mit seinem Vater Jody Roth zusammen gedruckt hat (Bild © thingiverse.com; Nutzer: TheBogueRat)

Vor ein paar Monaten sorgte eine australische Firma für Aufmerksamkeit, die Surfbretter mit einem 3D-Drucker herstellte. Wie so viele Projekte begann auch diese Geschichte mit einem Gespräch zwischen Vater und Sohn. Jody Roth saß mit seinem Sohn Matej in einem Restaurant und bewunderte die Miniatur-Surfbretter an der Wand. Er wettete mit ihm, dass er ein Surfbrett mit einem 3D-Drucker herstellen kann, wird im Blog auf boguerat.com berichtet.

Basierend auf diesen Anfängen entwickelte sich ein einjähriger Prozess aus Design, Scharfsinn und Innovation. Am Ende bezeichnete Roth das fertige Surfboard als mittelmäßig und stellte die Dateien für das Surfbrett auf Thingiverse zum kostenlosen Download zur Verfügung.

Er begann mit einer Standardvorlage im Open-Source-CAD/CAM-Programm BoardCAD. Mit der Software können individuelle Surfbretter gezeichnet und die 3D-Modelle anschließend als STL-Dateien für den 3D-Druck exportiert werden. In einem nächsten Schritt importierte Roth seinen Entwurf inklusive Schnittmuster in das 3D-Programm Solidworks. Nach Experimenten mit verschiedenen Variationen entschied er sich für eine 35 mm starke Basis. In der letzten Phase wurden Anpassungen durchgeführt und das 3D-Modell mit netfabb Studio Basic in Einzelteile für den 3D-Drucker aufgeteilt. Am Ende standen neun Längsstücke und die gleiche Anzahl an STL-Dateien.

Der Testdruck erfolgte in der Größenordnung 1:3 und dabei wurde eine Verschiebung des Druckkopfs festgestellt. Jody Roth entschied sich aus diesem Grund das große Surfbrett in den oben genannten Abschnitten herzustellen, um Druckfehler zu vermeiden. Anschließend wurde das Modell mit einem Acrylkleber auf einem Glasmantel zusammengebaut.

Alle Teile des Surfbretts konnten nun in der gewünschten und für Surfbretter typischen Größe stückweise ausgedruckt werden. Der 3D-Druck jedes Abschnitts des Surfbretts dauerte zehn Stunden. Neun Nächte lang war der 3D-Drucker Roth’s in Dauereinsatz. Dabei verhedderte sich sogar einmal die Filament-Rolle und der 3D-Drucker wurde beinahe zerstört. Die Fehlerquelle wurde am nächsten Morgen analysiert und selbstständig behoben. Resultat war eine Stabilisierung des Extruders.

Nach der Fertigstellung des Surfbretts wurde mit der Verglasung begonnen. Das 3D-Surfbrett splitterte an einigen Stellen, weshalb Jody den Entschluss fasste, ein Art Unterstützungssystem zu bauen, um es in Form zu halten, bis die Verglasung abgeschlossen war. Das fertige Surfbrett war schlussendlich nicht teurer als ein klassisches Brett aus einem Surf-Shop. Insgesamt dauerte die Herstellung des Surfbretts 164 Tage. Verbraucht wurden 1.028.117 mm Filament. Der nüchterne Leser mag jetzt zurecht meinen, dass Aufwand und Kosten in keinem besonders guten Verhältnis zum nutzen stehen. In den Augen von Matej ist Jody Roth aber der coolste Vater der Welt.

Das Surfbrett aus dem 3D-Drucker der Familie Roth ist ein Beispiel für die Herstellung von Sportgeräten mit dem 3D-Drucker für die Hobby-Anwendung. Im Bereich des professionellen Sports wird allerdings auch 3D-Druck immer häufiger zur Fertigung der Sportgeräte eingesetzt. Zum Beispiel erstellte ein australischer Radfahrer den Rahmen seines Singlespeed-Rades vollständig mit einem 3D-Drucker. Und bei den Paralympischen Spielen in Sotschi (Russland) diesen Jahres startete der deutsche Biathlet Martin Fleig mit einem Skisklitten aus dem 3D-Drucker.

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