Einen Stift, um Mode zu entwerfen, haben schon zahlreiche Designer für sich entdeckt. Einen 3D-Druck-Stift für das Entwerfen einer kompletten Modelinien einzusetzen aber ist bisher einmalig. 3D Lace ist eine Couture Dessous-Kollektion, entworfen von der israelischen Designerin Eden Saadon. Kleidungsstücke, so leicht und zart, obwohl sie aus Plastik entstanden sind. Und die Dessous Kollektion ist erst der Anfang.

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Weniger ist mehr, auch in der Modebranche. Der 3D-Druck ist für Modedesigner bei der Herstellung von hochmodernen Kreationen kosteneffizient. Die israelische Designerin Eden Saadon bringt ihre Kreationen mit einem 3D-Druckstift hervor. Stifte wie der 3Doodler waren einst Werkzeug der Amateur-Heimwerker, werden jetzt aber in den High-Fashion-Bereich gehoben. Saadon guckt bei der Entwicklung über den Tellerrand – und zeichnet.

Saadon Dessous Kreation
Eden Saadon und ihre Kreationen (Bild © Eden Saadon 3Dlace and Textile Design).

3D Lace brachte Saadon eine Finalistenposition im Dorothy-Waxman-Wettbewerb des „New York Textile Month“ ein. Das zarte und dennoch volumetrische Spitzendesign von 3D Lace beschreibt wunderschöne Bilder aus Flora und Fauna. Die bezaubernde Kollektion, die von luxuriösen Nachthemden bis hin zu kaum existierenden Negligés reicht, wurde laut Saadon von den Tapisserie-Zeichnungen von William Morris, der Architektur von Frank Gehry, den Papier- und Bambusskulpturen von Ai Weiwei und den Körperskizzen von Oskar Schlemmer inspiriert.

Wettbewerb Saadon
Eden Saadons zählte zu den Finalisten beim Dorothy Waxman Preis (Bild © Eden Saadon 3Dlace and Textile Design).

Die wahre Überraschung liegt jedoch in Saadons Technik. Alle sieben Kleidungsstücke der Kollektion bestehen aus Flexy, einem flexiblen Kunststoff der Marke 3Doodler, der, wenn er zu einem Faden verschmolzen wird, zum Zeichnen und Konstruieren verschiedener Elemente verwendet werden kann. Obwohl sie aus Plastik gefertigt sind, sind die Kleidungsstücke in der 3D Lace Kollektion von Saadon so leicht und zart, dass sie hervorragend tragbar und sogar als Haute Couture angesehen werden können, heißt es von der Jury.

Bei all dem Lob für ihre Kollektion, stieß Saadon zunächst aber auf Kritik. In ihrem letzten Jahr am Shenkar College für Technik, Design und Kunst in Tel-Aviv kamen ihre Lehrer mit dem 3D-Stift erstmals in Berrühung. Die Designerin merkt an, dass ihre Fakultät eher ungläubig war, als sie Saadons rudimentäres Werkzeug sahen, aber ihre Schöpfungen sprachen für sich selbst: Niemand konnte das unglaubliche Potenzial, mit dem Saadon den 3Doodler neu interpretierte, ignorieren und sie ließen sie machen.

Komfortabel und zart, Eden Saadons Kreationen
Die Arbeit von Eden Saadon ist äußerst zart und fein gearbeitet. Trotz dem Material Plastik sind die Dessous sehr komfortabel (Bild © Eden Saadon 3Dlace and Textile Design).

Es hat einige Zeit gedauert, bis die frischgebackene Absolventin das Handwerk meistern und tatsächlich vollwertige Stoffe mit dem 3D-Druckstift herstellen konnte. Saadon wollte den Körper des Trägers mit ihrem Stoff präsentieren, was ihrer Meinung nach der beste Weg war, um ihre einzigartigen Kreationen zu testen. Sie begann mit Büstenhaltern, zog Cups und Riemen. So sah sie, ob diese zusammenbleiben und sich gut anfühlen.

„Es ist eine philosophische Frage“, sagt sie. „Kann ein Foto eines BHs ein BH sein?“

Zeitintensive Arbeit am Kleid.
Das Herstellen von detailreichen Kleidern ist sehr zeitintensiv (Bild © Eden Saadon 3Dlace and Textile Design).

Nach ihrem Abschluss begann Saadon direkt an der Schaufensterpuppe zu arbeiten und konstruierte aufwändige Muster und Verbindungen zwischen jedem Stück des Kunststoffgewebes. Schließlich war sie in der Lage, zarte, spinnwebenartige Stoffe herzustellen, die dann auf Stücke aus Tüll und Maschenware erhitzt wurden.

Es wird weitere Impulse für Saadons 3D-gezeichnete Spitzenentwürfe geben. Auch wenn sich viele Wege für sie auftun, konzentriert sich die israelische Designerin immer noch auf ihre Arbeit. Zurzeit arbeitet Saadon wieder in ihrem Heimstudio, wo sie täglich zehn Stunden lang verschiedene Ideen aus ihren Textilien herausarbeitet. Es ist ein mühsamer Prozess. Kleine Stücke werden in 15 Minuten erstellt, ein Kleid braucht mehrere Tage Arbeit. Saadon plant neben ihren Dessous-Designs noch Accessoires und Designs für Schuhe zu erarbeiten. Bei Fertigstellung werden wir berichten (Newsletter abonnieren).

„Ich weiß nicht, wohin es gehen wird“, sagt Saadon über die Arbeit mit ihrem 3D-Druckstift, „aber es macht Spaß, dass es so viele Möglichkeiten gibt.“

Einige Studenten der Schuhfachhochschule in Italien setzen ebenso auf den 3D-Drucker bei ihren Entwürfen. Und auch Voxelworld präsentierte bereits Mode aus dem 3D-Drucker. Auf unserer Seite zum Thema erhalten Sie über 45 weiter Beispiele für Kleidung aus dem 3D-Drucker.

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