3D-Druck in der Archäologie:

Archäologen rekonstruieren per 3D-Druck Schädel des Wikingerkönigs Gorm des Alten

 22. November 2017  Andreas Krämer  

Archäologen gelang es, mit dem 3D-Druck den Schädel des ersten dänischen Wikingerkönigs Gorm des Alten zu rekonstruieren, der vor mehr als Tausend Jahren das Land beherrschte. Wie die Rekonstruktion möglich wurde und welche neuen Erkenntnisse die Forscher sammelten, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Ein Team dänischer Archäologen hat mit dem 3D-Druck den Schädel des ersten Wikingerkönigs Gorm des Alten rekonstruiert. Er herrschte über skandinavische Reich Dänemark in der Zeit von 936 bis 958 nach Christi Geburt. Gorm der Alte ist nicht der erste König, der mit Unterstützung des 3D-Drucks und von 3D-Scans digital repliziert wurde. Im Jahr 2016 konnten Forscher erfolgreich das Antlitz von König Richard III rekonstruieren.

Vor rund 40 Jahren, im Jahr 1978 wurde das Skelett von König Gorm dem Alten entdeckt, welches sich in einem Grab unter der Kirche im Dorf Jelling befand, wo er seinerzeit herrschte. Im Jahr 2000 wurde die Knochen des alten Königs wieder begraben, doch zuvor erstellte ein Team des Dänischen Nationalmuseums CT-Scans von ihnen.

Die Archäologen konnten basierend auf der Scans Repliken der gebrochenen Schädelknochen fertigen. Nach Jahrhunderten im Untergrund war der ursprüngliche Schädel abgeflacht und zerquetscht. Es sei laut Adam Bak, dem Kurator des Kongernes Jelling beim Dänischen Nationalmuseum, ein tolles Gefühl mit dem 3D-gedruckten Knochen in der Hand zu stehen, sie umzudrehen und anzuschauen. Von der Perspektive der reinen Wissenschaftskommunikation sei es oft viel besser, einen „echten“ Knochen in der Hand zu haben, als einen trockenen Text über eine historische Person zu lesen. Mit dem 3D-Druck gelang es Forschern in diesem Jahr, das Gesicht der Lady of Cao in Lima wiederherzustellen.

3D-rekonstruiertes Skelett Gorms des Alten
Auf der Basis von CT-Scans wurde das Skelett Gorms mit 3D-Druckern nachmodelliert und kann für weitere Forschungen genutzt werden (Bild © Antropologisk Laboratorium / Chiara Villa).

Die Replik des königlichen Schädels ermöglichte es den Archäologen neue Informationen über König Gorm zu gewinnen. Zum Beispiel zeigte sein Schädel an der Basis ein knochenartiges Wachstum und wird als äußerer Hinterhaupthöcker bezeichnet.

Nach einer Erklärung von Marie Louise Jorkov, Postdoc für Forensische Pathologie an der Universität Kopenhagen, hatte Gorm der Alte ein sehr ausgeprägtes Wachstum an seinem Hals, genau dort, wo es auf dem Hinterkopf trifft. Es sehe aus wie ein Vogelschnabel. Der Hinterhaupthöcker ist sehr selten und kann durch Druck oder Gewicht verursacht werden. Im Fall von König Gorm sei die Beule nicht sichtbar gewesen, außer er hätte keine Haare getragen. Wahrscheinlich verursachte der Hinterhaupthöcker bis vielleicht auf Schlafstörungen keine negativen Auswirkungen.

Die Archäologen zögern, eine erneute Exhumierung zuzulassen, um einen Scan mit höhrer Auflösung zu ermöglichen oder DNA aus den Knochen zu gewinnen. Adam Bak bezweifelt, dass DNA oder Strontium aus den Knochen extrahiert werden kann, weil König Gorm seit 800 Jahren im Grab und davon die meiste Zeit unter Wasser lag. Seine Knochen seien sehr beschädigt. Mit Strontium kann festgestellt werden, wo eine Person lebte. Grom der Alte wurde bereits drei mal exhumiert und nun gehe es darum, ihm zu erlauben in Frieden zu ruhen. Der berühmte Helm von Bataver aus der Römerzeit konnte per 3D-Druck rekonstruiert und eine Replik erstellt werden.

Weitere Informationen über Gorm den Alten finden Sie  in dänischer Sprache in dem verlinkten Beitrag auf der Webseite Videnskab.

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