Der 3D-Druck ist nicht nur die Technologie der Zukunft, mit ihr kann genauso gut in die Vergangenheit geschaut werden. So wurden bereits die Gesichter einer alten ägyptischen Mumie, eines Pestopfers und des schottischen Königs Robert the Bruce mit diesem Verfahren rekonstruiert. Jetzt wurde in Lima die Gesichtsrekonstruktion der Lady of Cao vorgestellt.

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Forscher glauben, dass die Lady von Cao vor etwa 1.700 Jahren verstarb und nur etwas mehr als 20 Jahre alt wurde. Entweder dürfte es sich um eine Priesterin oder eine politische Herrscherin der alten Moche-Dynastie gehandelt haben. Diese Kultur existierte etwa 100 bis 700 n. Chr. im Wüstental von Chicama. Die Lady of Cao kann nun gemeinsam mit der 3D-gedruckten Replik im Museum COMPLEJO ARQUEOLÓGICO EL BRUJO in der peruanischen Hauptstadt Lima bestaunt werden.

Replik der Lady of Cao.
Die mit einem 3D-Scanner und 3D-Drucker gefertigte Replik der Lady of Cao. (Bild: © REUTERS/Guadalupe Pardo)

Die Moche waren für ihre Keramik- und Goldarbeiten bekannt und legten Bewässerungsgräben an, um in der Wüste Getreide anzubauen. Eine weitere bekannte Moche-Figur ist der Herr von Sipán, der als sehr geheimnisumwittert gilt. Auch dessen Antlitz wurde mit der 3D-Druck-Technologie rekonstruiert.

Wissenswertes zur Lady von Cao

Der Körper der Lady ist mit aufwändigen Tätowierungen verziert, so unter anderem mit Spinnen- und Schlangenmotiven. Sie wurde mit einer Krone, Kupfer- und Goldgegenständen sowie mehr als zwei Dutzend Waffen begraben. Dank der modernen Autopsie lässt sich annehmen, dass die Lady ein relativ gesundes Leben geführt hat und wahrscheinlich an Komplikationen im Rahmen einer Schwangerschaft oder Geburt gestorben ist. Neben der Mumie fanden sich Überreste eines Jugendlichen, der erwürgt wurde und wahrscheinlich eine Opfergabe war, um die Priesterin oder Herrscherin ins Jenseits zu überführen.

Die Rekonstruktion des Gesichtes

EL BRUJO hat jetzt Details bekanntgegeben, wie die 3D-Rekonstruktion erfolgte. Brian Wilcox, 3D-Prototyping Manager bei den Gentle Giant Studios druckte die Büste mit einem iPro 8000 SLA-3D-Drucker von 3D Systems. An dem Projekt war auch Paul Schrier, Senior Creative Director bei 3D-Systems und Gentle Giant Studios beteiligt. Wilcox äußerte sich zur Rekonstruktion wie folgt:

„Im Gesichtsrekonstruktionsprojekt der Lady of Cao leitete Paul das technische und künstlerische Team von 3D Systems / Gentle Giant Studios. Er führte den 3D-Druck der Mumie mit der entsprechenden Technik durch und sorgte dafür, dass sie genau skaliert wurde. Er hat sich direkt an der Qualitätsprüfung der daraus resultierenden Rekonstruktionen beteiligt, um alle Anomalien aufzuzeigen, die während des Druckprozesses aufgetreten sind. Er verwaltete auch das Team, das für die sichere Beförderung der Mumie zum und vom Cao-Museum verantwortlich war, um eine ordnungsgemäße Verpackung zu gewährleisten, damit alles intakt ankam.“

3D-Scan der Mumie der Lady of Cao
Ein Forscher bei der Anfertigung des 3D-Scans der Lady of Cao. (Bild: © elbrujo.pe)

Die Fertigung der Replik nahm insgesamt 10 Monate in Anspruch. Bis zum 16. Juli wird sie nun im peruanischen Kulturministerium in Lima präsentiert.

Der Kulturminister Perus, Salvador del Solar, äußerte:

„Wir sind berechtigt, diese seltsame Kombination aus Zukunft und Vergangenheit bekannt zu geben: Die Technologie hat es uns ermöglicht, das Gesicht eines politischen und religiösen Führers aus einer Kultur aus der Vergangenheit zu sehen.“

Ziel des Projektes war es, die Menschen in Peru an ihr kulturelles Erbe zu erinnern und dem Rest der Welt zu ermöglichen, sich einem der größten archäologischen Funde Perus zu nähern. Viele Peruaner erkennen sich in der Rekonstruktion wieder, da sie ebenfalls ein ovales Gesicht und hohe Wangenknochen besitze.

Präsentation der Replik durch zwei peruanische Minister
Perus Außenhandels- und Tourismus Minister Eduardo Ferreyros (L) und Perus Kulturminister Salvador del Solar stellen die Replik der Lady of Cao im Kulturministerium in Lima der Öffentlichkeit vor. (Bild: © REUTERS/Guadalupe Pardo)

Bei diesem Projekt arbeiteten die Wiese Foundation, FARO Technologies Inc. (die die 3D-Scanner zur Verfügung stellten), 3D Systems, die Gentle Giant Studios, die Abstract Group, ARQ 3D+ sowie die Forscher des Museums EL BRUJO zusammen. Nach Beendigung der Ausstellung im Ministerium für Kultur wird die Figur gemeinsam mit der Mumie der Lady of Cao im EL BRUJO Museum präsentiert.

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