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Medizin: Augenprothesen mit 3D-Drucker erfolgreich hergestellt

 3. Dezember 2013  Marcel Thum  

Dem britischen Unternehmen Fripp Design ist es gelungen Augenprothesen erfolgreich mit dem 3D-Drucker herzustellen. Mit dem neuen 3D-Druckverfahren sei es dem Unternehmen theoretisch möglich bis zu 150 Augenprothesen pro Stunde „zu drucken“. Die Kosten belaufen sich nach Unternehmensangaben auf etwa 150 Euro. Die bisherigen Kosten zur manuellen Fertigung von Augenprothesen liegen mit ca. 3.600 Euro über 20-fach höher!

Erst kürzlich haben wir von 3D-grenzenlos.de über das britische Unternehmen Fripp Design berichtet. Fripp Design entwickelte ein Verfahren zur Herstellung von Gesichtsprothesen mit dem 3D-Drucker (mehr…). Das Verfahren ist gegenüber konventionellen Methoden zur Herstellung von menschlichen Prothesen schneller und kostengünstiger.

Bereits damals berichteten wir über die Ambitionen des 3D-Drucker-Startup-Unternehmens Fripp Design, bei Gelingen der erfolgreichen Herstellung von Nasen und Ohren und bei ausreichender Nachfrage auch Augenprothesen herstellen zu wollen. Die Nachfrage war augenscheinlich gegeben – immerhin nur 14 Tage später verlautet es in einer Mitteilung, das Unternehmen sei nun in der Lage auch Augenprothesen mit dem 3D-Drucker zu fertigen.

Foto Augenprothese aus 3D-Drucker
Abb. 1: Täuschend echt: Der Prototyp einer mit dem 3D-Drucker hergestellten Augenprothese (Bild aus Video © // youtube.com – Ufuk Tarhan).

Ziel des Unternehmens sei es gewesen ein Verfahren zu entwickeln, mit dem sich Augenprothesen wesentlich schneller und kostengünstiger herstellen lassen. Zur Entwicklung des Verfahrens arbeiteten die Entwickler von Fripp Design mit der Manchester Metropolitan Universität zusammen. Anstatt die Augenprothesen in minutiöser Handarbeit aus Kunststoff oder speziellem Kryolithglas zu fertigen, bedient sich das neue Fertigungsverfahren der Technologie der 3D-Drucker.

„Wir schaffen 150 Augenprothesen pro Stunde. Mit Nachbearbeitung sind 5 Augenprothesen pro Stunde möglich.“ (Tom Fripp, Geschäftsführer Fripp Design)

Vorteil für Patienten: Realitätsnah. Schneller. Günstiger.

Foto Tom Fripp von Fripp Design
Abb. 2: Geschäftsführer von Fripp Design: Tom Fripp (Bild © // youtube.com – Ufuk Tarhan)

Dabei ermöglicht es der 3D-Farbdruck die Augenprothese so realistisch wie möglich zu drucken. Das punktgenaue Drucken mit Hilfe eines 3D-Spezialdruckers (Spectrum Z™510 3D-Drucker) bildet Iris und Äderchen-Struktur äußerst realistisch ab (siehe Abbildung 1).  Auch verkürzt sich die Wartezeit für eine Augenprothese. Die übliche Wartezeit liegt bei bis zu zehn Wochen. Nach Angaben von Tom Fripp, Geschäftsführer von Fripp Design, schafft das neue Druckverfahren die Herstellung von bis zu 150 Augenprothesen pro Stunde. Abzüglich der Zeit für die Nachbearbeitung sind nach Angaben des Geschäftsführers „fünf Augenprothesen pro Stunde möglich„.

Ein weiterer Vorteil für die Patienten mit dem neuen 3D-Druckverfahren für Gesichtsprothesen ergibt sich aufgrund der deutlich geringeren Fertigungskosten als bei der konventionellen Methode. Nach Angaben des Herstellers wird eine gedruckte Augenprothese nur noch ca. 100 Pfund (ca. 120 Euro) anstatt der bisherigen 1.000 Pfund (3.600 Euro) kosten. Das dürfte viele Patienten erfreuen, denn eine Augenprothese sollte jährlich durch eine neue Prothese ersetzt werden.

Haben Sie gewusst? In Deutschland übernehmen Krankenkassen – gegen eine geringe Zuzahlung – die Kosten für eine Augenprothese.

Schwachstellen der neuen Methode

Trotz aller Euphorie über die neuen Möglichkeiten zur kostengünstigen und schnelleren Herstellung von Augenprothesen mit dem 3D-Drucker sei erwähnt, dass sich die Methode zur Zeit noch in der Entwicklung befindet. Zwar könne man bereits erfolgreich Augenprothesen mit dem 3D-Drucker herstellen und durch kleinste Abweichungen in der Farbgebung jeden Augentyp exakt nachbauen, doch ist das Verfahren aktuell noch fehlerbehaftet, so der Geschäftsführer von Fripp Design. Man arbeite daran das neue Verfahren in den nächsten 12 Monaten zur Marktreife zu bringen. Vor allem in den Entwicklungs- und Schwellenländern erhofft sich Fripp Design einen großen Markt, da hier die Augenmedizin und -chirurgie weniger fortschrittlich ist als in westlichen Ländern.

Video über die Herstellung von Augenprothesen mit dem 3D-Drucker (englisch, Dauer: 01:22 Min.)

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