Das iba Heiligenstadt erforscht neue Materialien für das Tissue Engineering und nutzt dazu auch den 3D-Druck. Jetzt bekam das Institut eine fünfjährige Förderung in 6-stellige Höhe vom Freistaat Thüringen zugesprochen und soll die Forschungen im „Bioprinting“ am Standort Thüringen vorantreiben.

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Der Freistaat Thüringen unterstützt mit einer Förderung von 900.000 Euro für fünf Jahre zwei Projekte des iba Heiligenstadt, ist einer Pressemitteilung zu entnehmen. Das Institut für Bioprozess- und Analysenmesstechnik (iba) widmet sich vor allem der Entwicklung neuer Materialien und Verfahren für das Tissue Engineering. Für das sehr empfindliche, menschliche Zellmaterial müssen spezielle Kultivierungsmethoden und technische Systeme zur Kultivierung entwickelt werden.

Das Forschungsziel der aktuellen Projekte sind Produkte, die auf der einen Seite als Mini-Implantate an schwer zu heilenden Defekten wie Knorpel-Knochenschäden eingesetzt werden oder als Modellgewebe bei der Entwicklung neuer Krebstherapeutika helfen können. Die Mittel des Thüringer Ministeriums für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft ermöglicht den Wissenschaftlern eine noch stärkere Erforschung miniaturisierter 3D-Stützstrukturen, die eine Replikation von menschlichem Gewebe erlauben. Das Unternehmen CELLINK zeigte im Januar dieses Jahres seinen neuen 3D-Biodrucker BIO X, der für den Druck menschlichen Gewebes entwickelt wurde und 35.000 Euro kostet.

Gebäudekomplex des iba Heiligenstadt.
Gebäudekomplex des iba Heiligenstadt (Bild © Institut für Bioprozess- und Analysenmesstechnik).

Vom Freistaat Thüringen werden mit über 900.000 Euro der Kauf eines 3D-Druckers und die Installation eines Hochleistungsrechners finanziert. Der 3D-Drucker wird mit der von der iba entwickelten 3D-Druckmethode Zweiphotonenpolymerisation verbunden, wobei diese Kombination international bislang einzigartig ist. Mit der Technik können Mikrostrukturen als Trägermaterialien mit unterschiedlichen Eigenschaften für in-vitro-Analysen zur Tumorprogression und Tumortherapie hergestellt werden. Von britischen Forschern wurde ein neues preiswertes 3D-Bioprinting-Verfahren entwickelt, dass mit normalen Licht statt UV-Licht arbeitet.

Der neue Hochleistungsrechner bietet im Vergleich zu einem normalen PC eine tausendmal höhere Rechenleistung. Er wird in einem Rechencluster des iba gemeinsam mit der TU Ilmenau betrieben. Mit dem High-Performance-Computing lässt sich eine realitätsnahe Modellierung und Simulation von Lebensprozessen der Mikrobiologie, zum Beispiel die Simulation von Infektionen umsetzen. Mehr als 90 weitere Beispiele, Projekte und Forschungen zum 3D-Biodruck erhalten Sie auf unserer Themenseite „Bioprinting„, sowie regelmäßig im kostenlosen Newsletter von 3D-grenzenlos (hier abonnieren).

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