Logo University of Hong KongVor zwei Jahren beschädigte der Taifun Mangkhut 80% der lokalen Korallen, die sich auf dem Meeresboden von Moon Island in Hongkong befinden. Da es Jahrzehnte dauern würde, bis die Korallen wieder ihren früheren Zustand erreichen, hat ein Team von SWIMS-Forschern der University of Hongkong (HKU) mit 3D-gedruckten Fliesen nachgeholfen, wie in einem Artikel von „Hong Kong Tatler“ berichtet wird.

Im April hatten wir bereits über Forscher der University of Cambridge und der University of California San Diego berichtet, die mit einem 3D-Biodrucker organische Strukturen entwickelt haben, die Algen im Meer einen neuen Lebensraum bieten können.

„Reformative Coral Habitats“

3D-gedruckte Tonfliesen im Wasser
Vor Kurzem wurde der letzte Kachelsatz eingesetzt (Bild © Robotic Fabrication Lab, Faculty of Architecture, HKU).

Im Rahmen des Projekts „Reformative Coral Habitats“ entwickelten sie 3D-gedruckte Terrakottafliesen. Diese sind von der Struktur her flacher als die meisten Korallenarten, wiegen je 20 kg und haben einen Durchmesser von 65 cm. Sie bestehen aus Beinen, Schichten mit neun Gittern und sechs korallenartigen Schichten. Die einzelnen Einheiten sollen Korallen dabei helfen, sich zu verankern und zu wachsen.

Die stellvertretende Dozentin Lidia Ratoi erklärt laut dem Artikel:

„Das subtropische Klima in Hongkong führt zu einer starken Sedimentation unter Wasser. Deshalb haben unsere Fliesen viele Perforationen, damit sich keine Ablagerungen auf der Oberfläche ablagern und die Korallen ersticken.“

Details zu den Tonfliesen

Auf jeder Fliese befinden sich acht Taschen für Korallen. Damit können die Korallen sowohl horizontal als auch robust und vertikal wachsen. Die Forscher entschieden sich für Ton, da anderes Material ungeeignet ist. In den subtropischen Gewässern von Hongkong gäbe es laut Ratoi viele Bedingungen wie Wassertemperatur oder Salzgehalt zu berücksichtigen. Andere Meerestiere könnten Veränderungen im Wasser nicht überleben.

Ton ist ideal, da es die Unterwasserbedingungen nicht verändert. Ein ABB Foundry Plus 2-Roboter druckt Schicht für Schicht dunkelbraunen Ton ohne Zusätze aus einer 0,6 cm breiten Düse. Die Fliesen werden abschließend erhitzt, wodurch sie um 11% kleiner werden. Erste Tests im März in einer simulierten Umgebung zeigten, dass Korallen darauf wachsen. In den nächsten zwei Monaten entstanden weitere 128 Stück. Vor Kurzem wurde der letzte Kachelsatz eingesetzt. Nun heißt es abwarten. Zwei Jahre lang werden die Forscher das erneute Wachstum der Korallen überwachen.

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