IS-Terror:

Expertin spricht sich gegen 3D-Rekonstruktion von Palmyra aus

 7. Oktober 2015  Andreas Krämer  

Die Präsidentin des Deutschen Archäologischen Instituts (DAI) spricht sich gegen die Rekonstruktion von den durch IS-Terroristen zerstörten Bauwerken in Syrien und Afghanistan mittels 3D-Druck aus. In dem Gespräch mit „Die Welt“ nennt sie ihre Gründe.

IS zerstört Kloster Monastery of St. Elian
IS-Soldat posiert vor dem Monastery of St. Elian, in Al-Qaryatayn (Syrien). Das Mönchskloster wurde völlig zerstört (Screenshot © Video/ Dimashq)

Die Präsidentin Deutschen Archäologischen Instituts (DAI), Friederike Fless, hat sich gegen eine 3D-Rekonstruktion der durch die Terrorgruppe „Islamischer Staat“ zerstörten Bauwerke mittels 3D-Drucker ausgesprochen. Nach ihren Worten würde weder der 3D-Scan noch der Ausdruck selbst das Material des Originals wiederspiegeln. Der Nachbau könne nichts über seine Bauphasen und Bautechnik aussagen, berichtete die Professorin der Zeitung „Die Welt“.

Mitte September berichtete 3D-grenzenlos von einem Projekt, in dem Archäologen und Wissenschaftler der US-University New York von der „Islamischer Staat“ zerstörte Bauwerke in Syrien und Afghanistan mit Hilfe der 3D-Drucktechnologie rekonstruieren wollen.

Alle historischen Werte seien weder erfasst noch archiviert worden und deshalb verloren, so Fless in dem Gespräch mit „Die Welt“. Statt der Rekonstruktion der historischen Bauwerke des syrischen Palmyra per 3D-Druck, sollte der Nachbau nach dem Vorbild klassischer Bauhütten erfolgen. In der Bauhütte sollten internationale Teams zusammenarbeiten und so als positiver Nebeneffekt Arbeitsplätze in der Region geschaffen werden.

Denn Arbeits- und Beschäftigungslosigkeit seien zentrale Faktoren von Radikalisierungen. Wie Sie beschreibt seien beim 3D-Druck hingegen nur ein paar wenige Fachleute und 3D-Drucker mit dem Nachbau beschäftigt. Friederike Fless führt aus, dass riesige Archive zusammengetragen wurden die Fotografien und 3D-Scans historischer Bauten enthielten. In Syrien und den Nachbarstaaten bestand eine jahrelange internationale Zusammenarbeit in der Forschung.

Am Wochenende zerstörte die Terrororganisation der syrischen Antikenverwaltung zufolge den berühmten Triumphbogen von Palmyra. Zuvor hatten die Terroristen einige gut erhaltene Tempel und Mausoleen gesprengt.

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