3. Internationaler 3D-Druck-Kongress in Mainz: Mediziner, Ingenieure und Materialforscher diskutieren zum 3D-Druck in der Medizin

Auf dem 3. Internationalen 3D-Druck-Kongress, der am 4. und 5. Mai 2018 im Kurfürstlichen Schloss zu Mainz stattfand, diskutierten Mediziner, Ingenieure, Materialforscher und 3D-Druck-Experten über die Zukunft des 3D-Drucks in der Medizin. Der 3D-Druck von Prothesen, Implantaten und ganzen Organen soll die Patientenversorgung revolutionieren. Ein Thema muss dabei besonders beachtet werden.

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Auf dem 3. Internationalen 3D-Druck-Kongress, der am 4. und 5. Mai 2018  in Mainz stattfand, wurde die Zukunft des 3D-Drucks in der Medizin intensiv diskutiert. Der 3D-Druck von Prothesen, Implantaten und ganzen Organen soll die Patientenversorgung revolutionieren.

3D-Druck in der Medizin keine Seltenheit mehr

In der Gefäßchirurgie der Universitätsmedizin Mainz werden mit Hilfe von 3D-Druckern Simulationsmodelle von Gefäßsystemen und Gefäßerkrankungen erstellt, damit Operationen geplant, Behandlungen trainiert und den Patienten greifbarer gemacht wird. Hochkomplexe Einzelfälle wie zum Beispiel Aneurysmata (Aussackungen) der Hauptschlagader profitieren ebenso davon wie die Ausbildung und Weiterbildung.

3D-gedrucktes Objekt für den Einsatz in der Medizin
Der 3D-Druck kommt bereits in sehr vielen Bereichen der Medizin zum Einsatz (Bild: © Transferinitiative RLP).

Wie Prof. Dr. med. Bernhard Dorweiler, Leiter der Sektion Gefäßchirurgie der Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie der Universitätsmedizin Mainz, in einer Mitteilung an das 3D-grenzenlos Magazin erklärte, könne mittlerweile gemessen werden, wie viel Zeit dank der Trainings-, und Anschauungsmodelle bei Untersuchungen eingespart werden kann. Ein gutes Beispiel für Trainingsmethoden ist auch das Nähübungsmodell aus dem 3D-Drucker, das den Medizinstudenten am San Draw Medical zur Verfügung steht.

Der 3D-Druck bietet heute Science-Fiction, doch die Themen werden verstärkt zur Realität. Erste funktionelle menschliche Organe oder Organstrukturen wie zum Beispiel die Leber lassen sich im Rahmen aufwendiger Forschungsprojekten mit einem 3D-Biodrucker herstellen. Gefäße, Magen, der Darm oder große Schädeldefekte können schon heute per 3D-Druck repariert werden.

3D-gedrucktes Objekt für den Einsatz in der Medizin
Es gilt noch, einiges an rechtlichen Regularien zu finden, damit der 3D-Druck überall in der Medizin seinen Einsatz findet (Bild: © Transferinitiative RLP).

Experimentell können bereits im Tiermodell inzwischen Blutgefäße oder organtypisches Gewebe gedruckt und ersetzt werden. Beim Menschen ist dies noch eine Vision. In der Orthopädie konnte sich der 3D-Druck mit individuellen Knochenprothesen und Gelenkprothesen schon erfolgreich etablieren.

Am zweiten Tag bekam der zahnmedizinische 3D-Druck mit dem „Dental Day“ eine eigene Themenbühne und zeigte sich in der Kongressausstellung mit zahlreichen Ausstellungsstücken, die von Implantaten bis zu Kiefermodellen reichten. Dass der zahnmedizinische 3D-Druck gut vorankommt zeigen 3D-Drucker wie der NextDent 5100, der für die Fertigung von Zahnprothesen und zahnmedizinischen Instrumenten entwickelt wurde.

Rechtliche Regularien notwendig

Jedoch sind noch erhebliche rechtliche Regularien erforderlich, damit gesundheitliche Risiken abgewendet, Datensicherheit gewährleistet und gewerbliche Schutzrecht gesichert werden können. Laut Dr. Stefanie Wolters, Transfermanagerin der Transferinitiative Rheinland-Pfalz, möchte man an dieser Stelle allen Beteiligten Hilfestellungen bieten, um den Marktzugang mit additiven Fertigungsverfahren zu erleichtern.

Als Vortragsredner konnten aus diesem Grund Rechtsexperten und Journalisten gewonnen werden, die sich mit dem 3D-Druck gut auskennen. Der TÜV Süd zeigte auf der Veranstaltung einen umfangreichen Service, der die erforderlichen Prüfungen und Zertifizierungen für Anbieter und Anwender von Maschinen, Material, Dienstleistungen, Hardware und Software im 3D-Druck beinhaltet. Der Service soll helfen, sich in einer völlig neuen Geschäftswelt mit seinen neuen Arbeitsabläufen zurechtzufinden, um im Schlusspunkt hochwertige und sichere Medizinprodukte fertigen zu können. Bleiben Sie mit unserem Newsletter auch über weitere Fortschritte im medizinischen 3D-Druck-Bereich auf dem Laufenden.

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