AMtopus, ein in Chemnitz ansässiges Unternehmen, wurde für die Entwicklung von Verpackungen aus kompostierbaren Rohstoffen mit dem Sächsischen Umweltpreis ausgezeichnet. Für die Herstellung der Verpackungen kommen 3D-Drucker zum Einsatz.

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AMtopus LogoDas Chemnitzer Unternehmen AMtopus hat sich auf die Herstellung von Verpackungen aus kompostierbaren Rohstoffen fokussiert und setzt dafür auf den 3D-Druck. Statt Kunststoff werden Aprikosen, Holzmehl oder Schilf verwendet. Die Firma wurde einem Bericht zufolge für ihre Lösung mit dem Sächsischen Umweltpreis in der Kategorie „Umweltfreundliche Technologien und Produktionsverfahren“ ausgezeichnet.

Zum Beispiel verarbeitet AMtopus die Schale von Aprikosenkernen zu einem Pulver für die Herstellung stabilen Verpackungsmaterials per 3D-Drucker. Wie Henning Zeidler, einer der Firmengründer erklärte, sei war die Kernschale der Aprikose bisher nur Abfall gewesen. Die Aprikosenschalen bekommt die im letzten Jahr gegründete Firma etwa von Pharmafirmen. Holzmehl und Schilf werden ebenfalls genutzt. Gegenüber traditionellen Verpackungsstoffen wie etwa Kunststoff können sie direkt auf dem Kompost entsorgt werden. Der neuseeländische Muschelkalk sei ebenfalls technologisch verwertbar, doch soll dieser nur noch in seinem Heimatland Verwendung finden. Wie wir an Allerheiligen 2017 berichteten, haben Wissenschaftler der Russischen Akademie für Wissenschaften mit PEF ein auf Zellulose basierendes Polymer für den 3D-Druck entwickelt. Das PEF bietet eine sehr gute Haftung, ist gegen Lösungsmittel und Hochtemperaturen beständig.

AMtopus Prof. Zeidler mit Urkunde für Start-up-Paket 2016
AMtopus CEO Prof. Dr. Zeidler mit der Urkunde für das Start-up-Paket  für Unternehmensgründer, welches das Unternehmen im Jahr 2016 erhielt (Bild © Michael Chlebusch).

AMtopus setzt 3D-Drucker für die Produktion ein und entwickelte eine Lösung, mit der kompliziert geformte und empfindliche Einzelstücke auf sichere Art verpackt werden können. Hierzu zählen beispielsweise Wachsteile, Kunstobjekte oder hochempfindliche Bauteile. Henning Zeidler ist nicht nur Unternehmer, sondern arbeitet auch an der TU Bergakademie Freiberg als Professor für Additive Fertigung. Wie er ausführt, würden einige der Bio-Materialien besser vor hohen und niedrigen Temperaturen schützen als traditionelle Kunststoffe. In der Stabilität seien sie zumindest fast ebenbürtig. Formlabs entwickelte mit „Dental LT Clear“ ein neues biokompatibles 3D-Druckmaterial für die Langzeitnutzung, dass das bisher schnellste Formlabs-Dentalmaterial darstelle.

Bei dem von AMtopus entwickelten Verfahren sind noch einige Herausforderungen zu lösen, so dauert der 3D-Druck einer Verpackung von der Größe eines Schuhkartons drei bis fünf Stunden. Die Maschinen werden Zeidler zufolge weiterentwickelt, um den Prozess zu beschleunigen. Gelöst werden müsse auch das Problem, wie die Verpackungen zum Kunden kommen sollen. Geplant sei ein mobiles Gerät, welches vor Ort die Gegenstände ausmessen und die Verpackungen ausdrucken kann. Die Größe und Form des zu verpackenden Teils haben entscheidenden Einfluss auf den Preis für die Inanspruchnahme des Serviceangebots. Als Richtwert nannte Zeidler eine Zahl im unteren zweistelligen Euro-Bereich. Der 3D-Druck für Verpackungen von Holzschnitzfiguren soll allerdings günstiger sein.

Mit den Bio-Materialien sollen künftig nicht nur Verpackungen gedruckt werden, vorstellbar seien dem Gründer zufolge auch Bühnenkulissen oder Möbel, die aus nachwachsenden Rohstoffen wie Schilf- oder Aprikosenkernen hergestellt werden könnten. Vor allem für so kurzlebige Produkte wie Requisiten, die nach einer Theateraufführung oft auf dem Müll landen, wäre eine solche Lösung praktisch und würde zugleich die Umwelt schonen.

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