Die Uniklinik Köln und die Medizinische Fakultät verfügen seit Kurzem über einen 3D-Drucker. Dieser soll neben Forschung und Lehre auch für eine verbesserte Patientenversorgung sorgen. Vorstellbar ist unter anderem der 3D-Druck von Körperteilmodellen auf Grundlage von CT- oder MRT-Scans zur besseren Operationsvorbereitung.

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Auf dem Campus der Uniklinik Köln und der Medizinischen Fakultät wird seit Kurzem ein 3D-Drucker genutzt, um Forschung, Lehre und Patientenversorgung zu verbessern. Mit dem 3D-Drucker sind Mediziner laut einer Pressemitteilung der Uniklinik Köln in der Lage, komplexe gefäßchirurgische Eingriffe besser vorzubereiten.

Details

Den Medizinern helfen Daten aus der Computertomographie (CT) oder der Magnetresonanztomographie (MRT) dabei, dreidimensionale anatomische Modelle in Originalgröße zu drucken. Mediziner haben so die Gelegenheit, das Problem von allen Seiten zu betrachten und eine bessere Lösung für den Eingriff zu finden. Auch lassen sich Eingriffe so dem Patienten besser erklären. Das neue Gerät soll im 3D-Labor der zentralen wissenschaftlichen Werkstatt der Medizinischen Fakultät seinen Platz finden.

Univ.-Prof. Dr. Bernhard Dorweiler, Direktor der Klinik und Poliklinik für Gefäßchirurgie – Vaskuläre und endovaskuläre Chirurgie der Uniklinik Köln, erklärt:

„Ich freue mich sehr über die vielfältigen Möglichkeiten unseres neuen High-end 3D-Druckers. Dieser Drucker kann sowohl im Multi-Komponenten- als auch Multicolor-Modus arbeiten. Dies bedeutet, dass beispielsweise feste und flexible Anteile am selben Modell gedruckt und auch in unterschiedlichen Farben dargestellt werden können. Dies eröffnet uns völlig neue Perspektiven in der Darstellung komplexer dreidimensionaler Strukturen bei gefäßchirurgischen Eingriffen. Beispielsweise lassen sich jetzt patientenindividuelle Gefäßmodelle erstellen. An ihnen kann das Flussverhalten des Blutes bei lebensbedrohlichen Gefäßerkrankungen wie der Aortendissektion (eine akute Aufspaltung – Dissektion – der Wandschichten der Aorta) simuliert und untersucht werden.“

3D-Druck in der Medizin

Viele Krankenhäuser haben die Vorteile des 3D-Druck für ihre Arbeit schon erkannt und setzen diesen bei ihrer Arbeit ein. Das Schweizer Inselspital Bern nutzt den 3D-Drucker, um sich für Operationen an Kinderherzen besser vorzubereiten. Auch in der Chirurgie erweist sich der 3D-Drucker als äußerst hilfreich. Ärzte in den Vereinigten Arabischen Emiraten verwendeten ein Modell aus dem 3D-Drucker, um sich auf eine schwierige Operation an der Halswirbelsäule vorzubereiten. Andere Bereiche in der Medizin profitieren ebenfalls von dieser Technologie. US-Forscher wollen zum Beispiel mit 3D-Druck Haarausfall verhindern. Diese und über 500 weitere Beispiele zeigt unsere Themenseite „3D-Druck in der Medizin„.

Univ.-Prof. Dr. Bernhard Dorweiler dazu weiter:

„Ich bezeichne den 3D-Drucker auch gerne als ´Navi´ für die Gefäßchirurgie: Mit Hilfe der Modelle gelingt es, zielsicherer und schneller zu operieren. Die Anwendungsmöglichkeiten dieser Drucktechnologie sind nicht nur auf die Gefäßchirurgie begrenzt. Auch andere Disziplinen wie beispielsweise die Unfallchirurgie, die Kiefer-Gesichtschirurgie oder auch die Anatomie können von diesen neuen Möglichkeiten profitieren. Wir können unsere Studierenden und Assistenzärzte mit dem 3D-Druck praxisnah an eine wichtige Technologie der digitalen Transformation heranführen und darüber hinaus bestimmte Eingriffe zunächst am Modell üben lassen.“

Der 3D-Drucker wurde auf Initiative von Prof. Dr. Bernhard Dorweiler erworben im Rahmen seiner Neuberufung. Da diese Technologie ein hohes Potenzial für Lehre, Forschung und Krankenversorgung bietet, können alle Kliniken und Institute der Medizinischen Fakultät und der Kölner Uniklinik das Gerät nutzen.

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