In einer US-Schule wurde jetzt ein Mitarbeiter entlassen, der ein Bauteil für seine Paintball-Pistole mit dem schuleigenen 3D-Drucker herstellte. Die Behörden sehen in dem Fall ein Verstoß gegen die Waffengesetze der USA. Die US-Medien diskutieren den Fall öffentlich. Und die lokalen Bürger der Stadt sehen die Reaktion der Schulbehörde mit ganz anderen Augen.

Die Tuckers Crossroads School aus Tenesse (USA) verfügt über einen eigenen 3D-Drucker, den ein Lehrer zu Beginn des Schuljahres im Rahmen einer Konferenz gewonnen hatte. In dieser Woche jedoch musste die im Wilson County School District beheimatete Schule einen Mitarbeiter wegen des unsachgemäßen Gebrauchs des 3D-Druckers entlassen.

Bei dem Betroffenen handelt es sich um den EDV-Techniker Michael Hughes, der den 3D-Drucker irgendwann im September dazu einsetzte, eine nicht reparierbare Komponente seiner Paintball-Pistole herzustellen. Aus Sicht der Verantwortlichen, eine Schusswaffe.

Er war an der Schule seit sechs Jahren beschäftigt. Michael Hughes wurde zum stellvertretenden Direktor Mickey Hall geladen um anschließend diszipliniert zu werden. Sie trafen sich am 10.Oktober 2014 und sprachen über den Vorfall. Im Anschluss erhielt Hughes die schriftliche Kündigung am Montag dieser Woche. Mickey Hall erhielt Informationen zu dem Vorfall von Hughes Vorgesetzten. Am Freitag fand ein „Follow-Up“ statt, verbunden mit dem Ziel, die Untersuchung des Vorfalls abzuschließen.

Fall löst Diskussion aus

Die Verwendung des 3D-Druckers zur Herstellung von Waffenbauteilen, egal ob funktionsfähig oder nicht, widerspricht der Null-Toleranz-Politik des Schulbezirks. Laut Hall sei diese Art der Zweckentfremdung des 3D-Druckers, der ausschließlich dafür gedacht ist die Schüler an die Arbeit der modernen, additiven Fertigung, heranzuführen, in keinster Weise zu dulden.

Die Kündigung des EDV-Technikers signalisiert in den USA einen Schlüsselmoment in der Verbreitung der Verfügbarkeit von 3D-Druckern für Verbraucher. Vor allem aber für Bildungseinrichtungen. So diskutieren die US-Medien den Fall als eine Art Fallbeispiele bei denen zukünftig Attentäter ihre Waffen einfach selbst in der Schule ausdrucken, bevor sie ihre terroristischen Akte vollziehen.

Paintball-Pistole mit Bauteilen aus dem 3D-Drucker
Das Foto zeigt eine Paintball-Pistole mit Bauteilen aus einem 3D-Drucker (Bild © 3dprint.com).

Die Reaktionen der Schulmitglieder und ortsansässigen Bürger auf der Facebook-Seite der lokalen Presse aber signalisieren eher ein Unverständnis in der Reaktion der Schulbehörden Michael Hughes zu entlassen.  Die Herstellung eines Bauteils für die beschädigte Paintball-Pistole sehen sie nicht als ausreichenden Grund für die Kündigung.

Die Waffenherstellung mit 3D-Druck wird nicht nur in den USA sondern weltweit gesellschaftlich und politisch diskutiert. In immer mehr Ländern werden die Gesetze verschärft und sollen verhindern, dass Kriminelle und Terroristen schussfähige Waffen selbst herstellen. unterliegt in vielen Ländern einer strengen Gesetzgebung oder ist sogar gänzlich verboten.

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