
Inhalt:
Kunststoff nach wie vor am meisten verwendet
Der Kunststoff ist nach wie vor das am meisten verwendete 3D-Druckmaterial, wie eine Branchenumfrage für die Zeitspanne 2017 bis 2018 ergab. Filament, das sind Kunststofffäden auf Rollen aufgewickelt und werden beim FFF/FDM-3D-Druck verwendet, verzeichnete allerdings über zwölf Monate hinweg einen Rückgang von 23 Prozent auf 65 Prozent.
Im Gegensatz dazu legte der Metallanteil der 3D-Druckmaterialien um 8 Prozent auf 36 Prozent zu. Metall wird den Berechnungen nach den Kunststoff hinter sich lassen und ab dem dem kommenden Jahr oder 2021 einen Anteil von über 50 Prozent erreichen. Das bestätigt auch eine Marktprognose des Marktforschungsunternehmens Context, über die wir erst gestern berichteten. Diese kam zum Fazit, dass der industrielle 3D-Druck andere Absatzmärkte, wie zum Beispiele den Einsatz von 3D-Druckern in privatem Umfeld, überholt.
3D-gedruckte Metallobjekte nehmen an Größe zu

Vor ein paar Jahren konnten 3D-Metalldrucker nur Gegenstände mit weniger als 100 x 100 x 100 mm Größe drucken. Im Jahr 2019 gibt es bereits 3D-Druckermodelle, die Metallobjekte mit Abmessungen von 300 x 300 x 300 mm additive fertigen können. Die Fachleute von Deloitte erwarten nicht, dass der 3D-Druck klassische Fertigungstechniken ersetzen wird, weil die Technologie meist kostenintensiver ist als normale Maschinen. Viele andere Marktforschungen sehen das anders.
Heutige 3D-Drucker arbeiten noch immer langsam und benötigen Stunden bis zur Fertigstellung eines 3D-Objekts, so die Aussage der Analysten. Der Vorteil liegt jedoch darin, dass stellenweise die Nachbearbeitung entfällt, wie es etwa bei Gegenständen aus einer CNC-Maschine der Fall ist. Auch ist der Materialverlust deutlich geringer als bei konventionellen Verfahren.
» Lesen Sie auch: Über 90 Marktforschungsergebnisse zum 3D-Druck
3D-Druck als Wachstumstreiber
Der 3D-Druck wird Deloitte zufolge besonders dort ein Wachstumstreiber sein, wo die Teilevolumina klein ausfallen oder traditionelle Fertigungsverfahren nicht die optimale Wahl darstellen. Als Beispiel, wo 3D-Drucker eine hohe Wettbewerbsfähigkeit haben, nannte das britische Unternehmen bionische Prothesen für Kinder. In Großbritannien könnten wegen der hohen Kosten traditionell gefertigte Prothesen, nur wenige Kinder künstliche Gliedmaßen erhalten.
Die Kosten belaufen sich umgerechnet auf rund 11.000 Euro für eine Hand. Eine Hand, die mit einem 3D-Drucker hergestellt wird und die gleichen Funktionen wie eine bionische Prothese bietet, kostet hingegen weniger als 25 Euro und sie kann einfacher an neue Bedürfnisse angepasst werden. Von der italienischen Firma Youbionic wurde im März des vergangenen Jahres die neue Version einer Handprothese aus dem Jahr 2014 vorgestellt, die mit einem 3D-Drucker gefertigt wurde. Dass die Anwendungsbereiche für die 3D-Drucktechnologie weitaus weitläufiger sind als die Analysten von Deloitte annehmen, dürften unsere Themenwelten zeigen.






