Der niederländische Designer Julian Sign hat einen Lebensmitteldrucker entwickelt, der Objekte aus Zucker drucken kann. Wir stellen Euch das Projekt einmal genauer vor und zeigen, dass der „Zuckerdrucker“ für Konditoren eine interessante Geschäftsidee sein kann, um sich von der Konkurrenz mit besonders kreativen Angeboten abzuheben.

Pistole aus Zucker
Genießen statt schießen: Eine Pistole aus Zucker (Bild © 3dchef.nl).

Lebensmitteldrucker für Zuckerobjekte: Genauso wie die Technologie des Fernsehens wurde die 3D-Drucktechnik auf der ganzen Welt von verschiedenen Personen erfunden. Der 3D-Zuckerdrucker beweist erneut, dass Ideen kollektiv entstehen können. Der 3D-Systems ChefJet wurde in den Nachrichten durch seine wunderschön verzierten Ornamente bekannt und basiert auf einem Zuckerdrucker, den ein niederländische Entwickler erfand.

Das Experiment begann im Jahr 2011 als der niederländische Designer Julian Sing seine Liebe zum Laserschneiden entdeckte. Er verwendete seinen Laser-Cutter jahrelang um damit eine Vielzahl an Sperrholz-Objekten für Geschenke zu gestalten. Nachdem die Möglichkeiten mit Sperrholz ausgeschöpft hatte, setzte der den Laserschneider für Obst und Gemüse ein. Eines dieser Experimente war es, welches Sing dazu veranlasste eine Lasersintervorrichtung für seine Küche zu bauen um Objekte aus Zucker herzustellen.

Cooles Objekt aus 3D-Drucker
Komplexes Zuckerobjekt: Ohne die Hilfe einer Maschine nicht oder nur unter sehr hohem Aufwand herzustellen. Der 3D-Zuckerdrucker ermöglicht die Herstellung am Fließband – für jeden Konditor (Bild © 3dchef.nl).

In seinem Blog berichtete er im Oktober 2011 über sein Druckverfahren. Der Laserstrahl schmilzt die Zuckerkristalle dem Bericht zufolge um die Hälfe, welche dann miteinander verschmolzen werden sobald sie abkühlen. Er senkte die Z-Achse des Laserschneiders, verwendete etwas mehr Zucker und schaltete das Gerät wieder ein. Den Vorgang wiederholte er vier Mal wodurch am Ende ein Zucker-Ring mit 5 mm Durchmesser entstanden war. Das Schmelzen des Zuckers erzeugte seinen Worten nach einen Duft wie Zuckerwatte und sei sehr lecker.

Seine Zucker-Experimente setzte er fort und führte im Laufe der Zeit zur Entstehung zahlreicher teils komplexer 3D-Zuckerobjekte. Auf seinem Muzoo Design Blog berichtet Julian Sign regelmäßig über seine Fortschritte, da er sich mit dieser Webseite vollständig dem Thema »Zucker-Druck« widmete. Es entstanden aufwendige Dinge wie ein Kuchendeckel. Bis zum Jahr 2014 hatte Sing sein eigenes auf Zuckerbasis entwickeltes Bindemittel für den Lebensmitteldrucker fertig.

Osterei aus Zucker
Osterei aus Zucker, erstellt mit dem 3D-Lebensmitteldrucker für Zuckerobjekte von Julian Sign (Bild © 3dchef.nl).

In Zusammenarbeit mit Chemikern, Ingenieuren und Ernährungswissenschaftlern verfeinerte er das 3D-Druckverfahren für Objekte aus Zucker. Das System ähnelte jenem der Sugar Labs, die ein Wissenschaftler-Paar aus Los Angeles mit dem 3D-Systems ChefJet entwickelt hatten. Julian Sing fertigte mit seinem Zuckerdrucker sogar den ChefJet und vor kurzem präsentierte er vor Ostern sein vernetztes Ei, womit er erneut die Fähigkeiten seines Druckverfahrens unter Beweis stellte. Nun, da der Designer dazu in der Lage ist hochwertige Kuchendeckel aus Zucker herzustellen wäre es eigentlich logisch, wenn er den gleichen Weg wie die Sugar Labs gehen würde. Die Sugar Labs wurden von 3D-Systems übernommen womit das Unternehmen sein Portfolio um einen Lebensmitteldrucker erweiterte.

Der 3D-Zuckerdrucker ist eine innovative Erfindung, die vor allem Konditoren und Bäcker die Arbeit erleichtern könnte. Denn damit können komplexe Objekte aus Zucker hergestellt werden. Das Druckmaterial Zucker ist relativ günstig und würde niedrige Druckkosten bedeuten.

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