3D-Druck im Bauwesen:

Architekt will irakische Stadt Mossul per 3D-Drucker neu aufbauen

Der französische Architekt Vincent Callebaut legte gerade Planungen für den Wiederaufbau der irakischen Stadt Mossul vor. Dabei soll der 3D-Druck eine herausragende Rolle spielen. Er soll für die Fertigung von Brücken, die mit verschiedenen Wohnblöcken und Grünflächen versehen sind, eingesetzt werden. Wie die Planungen genau aussehen, lesen Sie hier.

Vincent Callebaut Architectures Logo.In den letzten Jahren wurde die irakische Stadt Mossul durch den Krieg mit den IS-Truppen nahezu vollständig zerstört und soll wieder aufgebaut werden. Der französische Architekt Vincent Callebaut plant mit seinem Unternehmen, die Stadt mit Unterstützung des 3D-Drucks komplett neu zu errichten und in eine Art grüne Oase umzuwandeln.

Modell einer 3D-gedruckten Tigris-Brücke.
So soll eine der fünf geplanten Tigris-Brücken aus dem 3D-Drucker aussehen (Bild © Vincecnt Callabaut Architectures).

Nach seinem Vorschlag soll der Fluss Tigris mit fünf Brücken überspannt werden. Diese würden wie eine Brücke aus den Niederlanden mit einem 3D-Drucker hergestellt. Auf den riesigen Überführungen sollen dann verschachtelte Wohneinheiten entstehen, die einfache Kastenformen sind. Die Wohneinheiten würden auf-, und ineinander gestapelt und Stabilität mittels Muqarnas-artigen Spitzbögen erhalten. So sollen vielfältige und Wohnungen beliebiger Größe realisierbar sein. Private wie öffentliche Orte sollen dabei quasi verschmelzen und eine hügelige Kunstlandschaft bilden, die über dem Wasser liegt. In der niederländischen Stadt Gemert entstand in diesem Jahr per 3D-Druck eine Fahrradbrücke, die dem Gewicht von 40 LKW standhalten soll. Die Kosten und Bauzeit additiv gefertigter Brücken sind deutlich geringer als bei herkömmlichen Bauverfahren.

Teilansicht einer geplanten 3D-gedruckten Brücke in Mossul.
Teilansicht einer der geplanten 3D-gedruckten Brücken (Bild © Vincecnt Callabaut Architectures).

Vincent Callebaut nennt sein Konzept „Five Farming Bridges”; er würde in einer Bauzeit von mehreren Jahren rund 53.000 Wohneinheiten entstehen lassen. Die verwinkelten Brückenanlagen sollen ebenfalls eine Begrünung bekommen. Zur Nahrungsmittelversorgung und Entspannung sollen Gärten und kleine Bauernhöfe dienen, die auf den offenen Flächen angelegt werden. Kleine Flüsse, die durch die labyrinthartigen Kaskaden geleitet würden, sollen Lagunen entstehen lassen und eine natürliche Klimatisierung gewährleisten. Wind- und Solarkraftwerke sollen auf ungenutzten Flächen aufgebaut werden, um eine autarke Funktion der Brücken zu erlauben.

Die Umsetzung des visionären Architekten erfordert noch einige technologische, politische und abstimmungsmäßige Herausforderungen. Zur Zeit wird basierend auf seinen Plänen mit dem Tao Zhu Yin Tower in Taiwan ein Luxus-Wohnturm gebaut, der dem Smog den Kampf ansagt. Wie wir im Dezember 2016 berichten, befindet sich im chinesischen Suzhou eine Kleinstadt aus dem 3D-Drucker im Bau. Entstanden sind bereits eine Luxusvilla, Ein-, und Mehrfamilienhäuser.

Offener Wohnbereich in geplantem 3D-gedruckten Brückenhaus.
So könnte einer der Wohnbereiche aussehen (Bild © Vincecnt Callabaut Architectures).

Gedruckt werden sollen 30 Wohneinheiten täglich mit spinnenartigen Robotern, welche die Wohnungen aus zermahlenen Beton und Steinschutt der zerstörten Stadt fertigen sollen. Materialnachschub soll von Drohnen geliefert werden. Callebaut betrachtet sein Konzept als ein Modell für die Zukunft, weil es auch auf andere Gebiete und Areale adaptiert werden kann. Die Art und Weise, wie Gebäude gebaut werden, könnte mit Einsatz des 3D-Drucks verändert werden.

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