In der kanadischen Region um die Kleinstadt Merritt gab es im November 2021 verheerende Unwetter, die vielen Menschen ihr Zuhause gekostet haben. Die Stadt Merritt, die davon am stärksten betroffen war, erwägt, ihren Einwohnern mit Häusern aus dem 3D-Drucker zu helfen, bald wieder ein eigenes Heim haben zu können. Derzeit arbeiten sie an der Finanzierung.

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In der westkanadischen Provinz British Columbia kam es vergangenen November zu schweren Überschwemmungen, durch die viele Menschen ihr Zuhause verloren haben. Schwer betroffen war davon vor allem die Stadt Merritt. Die Verantwortlichen der Stadt denken laut einem Artikel in einem Lokalmagazin jetzt über den Einsatz von 3D-Druckern zur schnellen Errichtung von Häusern nach, ihren obdachlos gewordenen Einwohnern ein neues Heim zu bieten. Die Vorteile liegen auf der Hand. Der Bau von 3D-gedruckten Häusern gelingt deutlich schneller als mit traditionellen Baumethoden, die sich schlimmstenfalls oft monatelang hinziehen. Der Kostenaufwand wird durch weniger Materialverbrauch und effizienteres Arbeiten deutlich reduziert. In knapp 300 Beiträgen haben wir bereits über den 3D-Druck von Häusern berichtet.

Details zu den Plänen der Stadt Merritt

Ob es sich lohnt, den 3D-Druck als praktikable Lösungen für Häuser heranzuziehen, prüft die Stadt derzeit. Recovery Manager Greg Solecki erklärt, dass das Pilotprojekt in Partnerschaft mit der University of British Columbia (UBC) stattfinden wird. Der Bau von rund 55 Quadratmeter großen Häusern könnte bereits im April losgehen.

Er sagt:

„UBC hat sich die Technologie und das Engineering angesehen, die damit verbunden wären. Und wenn wir genug Geld bekommen, können wir das Geld definitiv in so etwas stecken und mit dem Drucken dieser Häuser beginnen. Es kostet etwa 30.000 Dollar (rund 27.400 Euro), eines dieser Häuser zu drucken. Es funktioniert so, als stelle man sich einen normalen Drucker vor und wie er seitlich auf Papier druckt, aber man multipliziert das einfach mit einer Größe von 10.000 und dreht die eigentliche Tintenpatrone um. Es ist ein Motor, der im Grunde auf einem Ständer steht und der beginnt, diese Häuserreihen und Mauern zu drucken, und er macht einfach weiter.“

3D-Druck-Community Modell
Ein 3D-gedrucktes Dorf wird bereits in British Columbia realisiert. Wir haben es im vergangenen Jahr vorgestellt (im Bild: Modell des geplanten Dorfes) (Bild © World Housing).

Ob das Pilotprojekt zustande kommt, hängt zum Teil davon ab, wie die bevorstehende „Hell or High Water“-Spendenaktion am 13. März verlaufen wird. Solecki sagt, dass, wenn etwas Geld gesammelt wird, die Stadt mit verschiedenen öffentlichen und privaten Konsortien zusammenarbeiten könnte, um die Mittel aufzubringen. Dann könnten sie einen Bau-3D-Drucker besorgen und mit dem „Drucken“ der Häuser beginnen. Solecki geht davon aus, dass Grundgerüst für ein Haus könnte in fünf Tagen stehen.

Finanzierung des eigenen Bau-3D-Druckers mit Unterstützung

3D-gedrucktes Haus von TAM
Vor diesem Projekt hat TAM bereits das erste 3D-gedruckte Haus (im Bild) in Kanada gebaut (Bild © Twente Additive Manufacturing).

Ein Bau-3D-Drucker würde mehr als eine Million Dollar kosten, was sich eine kleine Stadt wie Merritt nicht leisten kann. Die Partnerschaft mit UBC sowie Wohltätigkeitsorganisationen und möglicherweise anderen Regierungsebenen könnte hilfreich sein, die finanziellen Mittel zu erhalten.

Solecki ergänzt:

„Wenn wir etwas Geld generieren können, kann UBC es aufstocken, und die Bundesregierung kann das hoffentlich aufstocken, und am Ende haben wir den Drucker vor Ort, damit wir Druckereien für Menschen gründen können, die ihn brauchen. Es gibt andere Optionen wie kleine Häuser und modulare Häuser, aber wir hoffen, dass das Geld von Hell or High Water, das sie uns zugesagt haben, kommt, damit wir beginnen können, die Menschen nach Hause zu bringen.“

Laut Solecki gibt es in British Columbia bereits einige 3D-gedruckte Häuser. Merritt könne als Fallstudie dienen, wenn es darum geht, eine Gemeinde wieder aufzubauen. Im Februar 2021 haben wir über ein in Kanada entstehendes komplettes Dorf mit preiswerten Häusern aus dem 3D-Drucker berichtet. In Amerika wurden ebenfalls einige 3D-gedruckte Häuser aus dem 3D-Drucker realisiert. Der Bau-3D-Drucker-Hersteller ICON und New Story haben schon im Jahr 2019 ihre Pläne für den Bau eines ganzen Dorfes mit dem 3D-Drucker in Südamerika vorgestellt. Vielleicht wäre der 3D-Druck auch eine Lösung für die Menschen im Ahrtal, die ihr Haus bei den verheerenden Unwettern im vergangenen Sommer verloren haben. In Deutschland ist der 3D-Druck von Häusern jedenfalls kein unbekanntes Thema. Die PERI Group hat zum Beispiel im Beckum ein Haus im Sommer 2021 fertiggestellt. Über die weitere Entwicklung berichten wir auch zukünftig im 3D-grenzenlos Magazin (Newsletter abonnieren).

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