Studenten der Ruhr-Universität Bochum wollen einem 3D-Drucker zu einem 3D-Bioprinter umbauen und damit menschliche Zellen drucken. Das Vorhaben ist ehrgeizig. Und dennoch interessant.

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An der Ruhr-Universität Bochum (RUB) entwickeln Studierende einen 3D-Drucker zu einem Bioprinter weiter mit dem Ziel lebende Zellen zu drucken. Der Student Nils Beßler, der das Fach Stammzellenbiologie im Masterstudiengang belegt, entschied sich dazu einen Bio-3D-Drucker zu bauen. Ein Bioprinter arbeitet ein normaler 3D-Drucker, nur mit dem Unterschied, dass keine Teile aus Kunststoff sondern Formen aus organischen Zellen gedruckt werden. Gemeinsam mit seinem Kommilitonen Alexander Santel rief er über Internetkanäle der RUB interessierte Studenten zur Kooperation auf.

Das Team traf im Januar erstmals zusammen und baute unter Betreuung von Prof. Beate Brand-Saberi einen normalen 3D-Drucker zu einem Bioprinter um. Die Umbaukosten beliefen sich auf rund 700 Euro, berichtet die RUB in auf dem Uni-Blog. Die Vision des Teams basiert auf einem Experiment, bei dem Wissenschaftler ein Mäuseherz gedruckt hatten. Wie Beßler erklärt, wird man bald dazu in der Lage sein ein Organ aus dem Netz zu laden und auszudrucken. Defintiv im Kontext von „bald“ ein sehr visionärer und ehrgeiziger Gedanke, arbeiten doch Firmen weltweit mit hohen siebenstelligen Budgets an dem 3D-Druck von lebenden Zellen und sehen hier noch einige Jahre (bis Jahrzehnte) Forschung und Entwicklung voraus. Ende April soll das Projekt der Studenten auf einer Veranstaltung für Neugründungen vorgestellt werden (wir berichten im Newsletter).

Alexander Santel und Nils Beßler
Alexander Santel (links) und Nils Beßler (rechts) glauben an den Open Source Bioprinter (Bild © RUB).

Die Arbeit am Biodrucker führen die Studenten in ihrer Freizeit durch. Für Nils Beßler fließen die Erkenntnisse ihrer Arbeit in seine Masterarbeit ein. Die Finanzierung für das Projekt übernimmt der Lehrstuhl von Prof. Brand-Saberi und zum Teil aus privaten Mitteln. Die Forschungsergebnisse mit dem 3D-Biodrucker wollen die Studierenden der Öffentlichkeit als ein Open Source-Projekt kostenlos zur Verfügung stellen.

Im April 2016 zeigten britische Forscher ein preiswertes Bioprinting-Verfahren, bei dem statt UV-Licht normales Licht zur Aushärtung der neu entwickelten Biotinte verwendet wird. Vor drei Jahren, im Oktober 2014, kündigte das russische Forschungszentrum Skolkowo eine innovative Lösung zum 3D-Biodruck an. Die Lösung habe den vollständigen Druck von Organen als Ziel. Zahlreiche Hersteller wie 3Dynamic, Rokit oder CELLINK bieten bereits 3D-Biodrucker zu teils erschwinglichen Preisen an. Der 3D-Biodruck befindet sich trotz Fortschritten noch in den Anfängen, weshalb es noch Jahre dauern wird, bis funktionierende, menschliche Organe zuverlässig gedruckt werden können.

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