Das belgische 3D-Druck-Unternehmen Materialise hatte mit Bluesint PA12 im Vorjahr ein 3D-Drucker-Material vorgestellt, das zu 100% die Materialabfälle beim Selektiven Lasersintern (SLS) wiederverwendbar macht. Mit dem Sindoh S100 gibt es nun einen neuen SLS-3D-Drucker, der das Bluesint PA12-Material auch ohne den bekannten „Orangenhauteffekt“ verarbeiten kann. Wir stellen den neuen S100 3D-Drucker von Sindoh einmal genauer vor.

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Vergangenen November hat das 3D-Druck-Unternehmen Materialise mit Bluesint PA12 ein 3D-Drucker-Material für das Selektive Lasersintern vorgestellt, das die 100%ige Wiederverwendung von Materialabfällen beim Lasersintern ermöglichen soll. Nun wurde in einer Pressemitteilung von Sindoh der Sindoh S100 SLS-3D-Drucker angekündigt, der Materialise Bluesint PA12 aus zu 100% recyceltem Pulver verarbeitet.

Das Problem mit der „Orangenhaut“

Wird beim SLS-3D-Druck mit recycelten Pulverresten gearbeitet, dann kann es Probleme mit der Oberflächentextur geben. Es entsteht eine „Orangenhaut“, die das 3D-Objekt unbrauchbar macht. Der Effekt tritt auf, weil das Pulver zwischen zwei aufeinanderfolgenden Sinterprozessen abkühlt und dabei schrumpft. Ingenieuren gelang es, das Problem durch das Ergänzen von frischem Pulver zu beheben, das war aber nicht besonders nachhaltig.

Materialise verwendete einen 3D-Drucker mit mehreren Lasern, von denen ein Laser zum Sintern des Pulvers eingesetzt wurde und ein anderer Laser das Pulver über einer bestimmten Temperaturschwelle hielt. Die Abkühlung zwischen den Prozessen wurde verhindert. Den Ingenieuren gelang es, ein Objekt mit ähnlichen mechanischen und visuellen Eigenschaften aus 100% recyceltem Pulver.

Details zum Sindoh S100 3D-Drucker

Sindoh nutzt eine flexible Laserpunktgröße mit einer 3D-Achsen-Scan-Technologie, die Punktgröße im laufenden Betrieb für jeden Laser unabhängig ändern kann. Da die Maschine variable Schichtdicken ermöglicht, bietet sie eine sehr hohe Produktivität.

Dank der Verarbeitungstemperatur von bis zu 200° C kann der Benutzer einige Materialien verwenden. Jeder S100 3D-Drucker wird mit Magics Print 25, einem Materialise Build Prozessor und seiner Control Platform (MCP) gebündelt. Das System ist vollständig kompatibel mit Magics RP und Streamics, um die 3D-Druck-Produktion im Industriemaßstab zu unterstützen.

Dr. Woo, Vorsitzender von Sindoh, Suk-Hyung, fügte hinzu:

„Sindoh S100 hat durch sein großes Bauvolumen und eine beispiellose Pulverrecyclingrate sowohl Leistung als auch wirtschaftliche Werte. Dieses neue Produkt zeigt auch die hervorragende Synergie von Materialise Software und die 60-jährige Erfahrung in der Hardwareherstellung von Sindoh. Durch die Kombination der neuesten Technologien beider Unternehmen können die Produktionskosten erheblich gesenkt und die Druckleistung ausgezeichnet werden.“

Der 3D-Drucker S100 von Sindoh kann ab sofort bestellt werden. Er soll im 2. Quartal 2021 ausgeliefert werden.

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