ASPIR ist ein humanoider, lebensgroßer Roboter, der mit einem 3D-Drucker nachgebaut werden kann. Seine druckbaren Bauteile wurden kostenlos im Internet veröffentlicht. Der Zusammenbau benötigt zwar viel Zeit und mehrere Kilogramm Filament, das Ergebnis aber ist ein eigener Roboter für zu Hause. Wir stellen das ASPIR vom Startup Choitek einmal genauer vor.

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John Choi ist der Gründer des fortschrittlichen Robotik-Startups Choitek und Student an der Carnegie Mellon University. Er ist bekannt für seine ausgefallenen 3D-gedruckten Roboter-Kreationen. Nun hat er eine fast 100-seitige Anleitung veröffentlicht, wie man sein neuestes Werk, einen 3D-gedruckten humanoiden, lebensgroßen Roboter zusammenbaut. Der Roboter sorgt für gute Stimmung und unterstützt auch sonst in allen alltäglichen Belangen.

ASPIR-Roboter
Humanoider ASPIR-Roboter von Choitek zum nachbauen (Bild © 3ders.org).

Wie das US-Blog 3ders.org berichtet, ist der Roboter 1,3 Meter groß und kann mit reichlich Ausdauer und Geduld vergleichsweise einfach selbst zusammengebaut werden.

„Wir wollen das Beste aus beiden Welten zusammenbringen, mit einem erschwinglichen, lebensgroßen Open-Source-Humanoid-Roboter“, erklärte Choi in seinem Handbuch. „Und so wurde das ASPIR-Projekt geboren.“

Der Freund aus dem 3D-Drucker

Die Anleitung umfasst zehn Kapitel. Diese behandeln jedes einzelne Körperteil, erklären den Zusammenbau, die Verkabelung und das Gehäuse. 80 Schritte sind insgesamt notwendig. Die zugehörige Software ist noch in der Entwicklung. Zusammengebaut wird nur die Hardware, deren STL-Dateien kostenlose auf Github heruntegeladen werden können.

„Gehen wir von der Anleitung aus, dann ist dies ein sehr fortschrittliches und großes Projekt. Erfahrung mit dem 3D-Drucker empfiehlt sich hier. Die voraussichtliche Bauzeit beträgt einige Monate und bei  Kosten von 2500 Dollar – abhängig von Filamentkosten und den bereits vorhandenen Teilen.“

2015 stellten uns die Mitglieder von Choitek den humanoiden Roboter Halley vor. Das neue Ziel der leidenschaftlichen Mitarbeiter war es nun, die Vorzüge von einfachen, bezahlbaren humanoiden Robotern mit denen, an denen lange geforscht und gearbeitet wurde, zu verschmelzen und etwas komplett Neues zu erschaffen.

Das Frank-Ratchye STUDIO für Creative Enquiry an der Carnegie Mellons University in Pittsburgh (Pennsylvania) unterstützt das ASPIR-Projekt. Choitek überlegt derzeit, wie der humanoide Roboter von ASPIR dazu genutzt werden kann auch Mädchen mehr für technische Bereiche zu interessieren.

Servos für mehr Freiheit

Jedes einzelne Bein von ASPIR benötigt sechs sehr große Servomotoren, vier Standard-Servos mit hohem Drehmoment pro Arm, fünf Metall-Servos für jede Hand und zwei Standard-Servos, damit der Roboter seinen Kopf bewegen kann. Jeder einzelne Servo bedeutet mehr Freiheit für den ASPIR. Zum Bau des Roboters benötigt man außerdem über 70 verschiedene elektronische Komponenten wie einen USB-Hub mit vier Anschlüssen und eine Webcam, Stromadapter, einen Arduino Mega Sensor Shield (11,99 Euro) und einen Arduino Mega 2560 R3 (35,00 Euro), Aluminium-Sechskantstangen und 50-Servo-Verlängerungskabel.

Beispiel eines Fußes (Bild © John Choi).

Das Handbuch enthält Dateien für alle 90 3D-druckbaren Teile – jedes Bein hat 12 Dateien, jeder Arm neun, der Körper acht, der Kopf sechs und der Hals wird aus drei STL-Dateien hergestellt. Es gibt fast 20 separate Dateien für das Gehäuse, das alle Körperteile des Roboters und die freiliegende Elektronik abdeckt, aber nur zwei Dateien pro Fuß und zwei pro Hand.

Die geschätzte Druckdauer liegt mit mehr als 90 zu druckenden Teilen bei rund 300 Stunden. Hier geht man davon aus, dass ein Standard-Desktop-3D-Drucker mit Standard-Filamentextrusion, Infill- und Schichthöheneinstellungen verwendet wurde.

Hand ASPIR
Eine Hand von ASPIR (Bild © John Choi).

Der 3D-Druck des Roboters wird wahrscheinlich fünf 1kg-Filamentrollen verbrauchen – Druckfehler und Wiederholungen nicht eingerechnet. Sehr empfohlen ist außerdem ein 3D-Drucker mit großem Bauraum, d.h. einer minimalen Baugröße von 250 x 250 x 250 mm, wie z. B. der Lulzbot TAZ 6, den es schon für knapp über 350 Euro zu kaufen gibt.

Ein freundlicher Lernkumpel (Bild © John Choi).

Der humanoide ASPIR-Roboter ist Lernkumpel, Freund oder auch Waffe, eingesetzt bei unliebsamen Gegnern. Für militärische Feldeinsätze fehlt ihm noch einiges. Sehen wir mal, wie Choitek dieses Kunstwerk weiter entwickeln wird. Bisher hat er ja gute Arbeit geleistet, wie zum Beispiel mit dieser Roboter-Krabbe. Vielleicht kann ASPIR später auch mal Robotica kennenlernen?

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