
Der ZUV im Detail
Die mit einem 3D-Drucker hergestellte Karosserie besteht aus 70 kg Polypropylen und wird mit einem Hinterradnaben-Elektromotor betrieben. Die Plastikverpackungsabfälle für den 3D-Druck stammen aus Supermärkten. Das 3D-Druck-Unternehmen The New Raw verwendete für die Fertigung des Chassis einen auf einem Industrieroboterarm befestigten Kunststoffextruder.
Beim Konzeptentwurf war es für die Designer wichtig, dass ein solches Fahrzeug auch in einem kleinen FabLab lokal produziert werden kann. Ein Fahrradladen kann Standardkomponenten wie Motor, Lenker, Bremsen und Räder ergänzen. Nach Ablauf der Lebensdauer der Karosserie kann diese zerlegt und für den Druck eines neuen Fahrrads verwendet werden. Werden typische Fahrradkomponenten kaputt, können diese von lokalen Fahrradhändlern ausgetauscht werden.
EOOS-Gründer Harald Gründl erklärt:
„Wir wollten um eine lokale, bezahlbare Produktion herum designen. Aufgrund der hohen Lohnkosten in Europa wird fast jeder Fahrradrahmen in Asien produziert. Aber wir wollen eine lokale ZUV-Produktionsstätte in jeder Stadt der Welt. Was wir uns vorstellen, ist eine Kreislaufwirtschaft der Mobilität. Serviceprogramme mit einem konzipierten „Return“ werden die Zukunft sein. Und es ist viel einfacher, den Kreis zu schließen, wenn man es vor Ort macht, anstatt Schiffe voller Müll herumzuschicken, wie wir es heute tun.“
Der 100 kg schwere ZUV bietet zwei Erwachsenen Personen Platz und zwei Kindern auf der Sitzbank oder Gepäck in der Box. Der ZUV eignet sich für den Nahverkehr in der Stadt.
Gründl sagt:
„Ein Auto hat vielleicht 800 Kilogramm Batterie, ein Fahrrad acht und es erledigt viele der Fahrten, die wir in einer Stadt machen wollen. Ein leichtes Fahrzeug hat den Vorteil, dass es weniger Aufwand in der Produktion hat, aber auch weniger Energie für den Personentransport verbraucht. Je nachhaltiger man ein Mobilitätssystem gestalten möchte, desto weniger Gewicht sollte es haben.“

Er erklärt abschließend:
„Die Wiederverwendung von Post-Consumer-Kunststoffen ist ein großer Schritt in Richtung Null-Kohlenstoff-Emissionen. Jedes neue Fahrzeug wird in gewisser Weise CO2-neutral sein, solange der 3D-Drucker mit Energie aus erneuerbaren Energien betrieben wird.“








