Prothetik:

Student des Ithaca Colleges stellt mit 3D-Drucker funktionelle Handprothese für 15 US-Dollar her

 15. Dezember 2016  Susann Heinze-Wallmeyer  

Ein Student des Ithaca Colleges in New York hat damit begonnen funktionale Handprothesen mit einem 3D-Drucker herzustellen. In Zusammenarbeit mit seinem Physik-Professors und der gemeinnützigen Organisation e-NABLE schaffen es seine Handprothesen auf einen Kaufpreis von 15 US-Dollar. Vor allem Kinder und Entwicklungsländer sollen davon profitieren.

Logo Ithaca CollegeAuch bei 3D-grenzenlos haben wir schon oft über die private Herstellung von Prothesen mit dem 3D-Drucker berichtet. Gerade der 3D-Druck bietet hier Anpassungsmöglichkeiten auf hohem Niveau, die von kaum einer anderen Herstellungsmethode erreicht werden. Zugleich ist der 3D-Druck meist deutlich kostengünstiger.

Die Kosten für eine konventionell hergestellte Armprothese können bei etwa 3.000 bis 30.000 US-Dollar liegen, Beinprothesen sind sogar noch teurer. Eine 3D-gedruckte Hand oder Arm kann jedoch bereits für ein paar Hundert Dollar hergestellt werden. Ryan Bouricius, Student am Ithaca College, entwickelte gerade eine Handprothese für 15 US-Dollar. An der Qualität wurde dabei keineswegs gespart, ganz im Gegenteil. Gedruckt wurde die Hand mit einem MakerBot Replicator.

Bouricius ist als Lehrassistent tätig und hilft, die 3D-Druck-Labore des Colleges am Laufen zu halten. Die 3D-Prothetik entdeckte er – wie viele andere auch – beim Betrachten eines YouTube-Videos. Sofort begann er daran zu tüfteln, wie er eine solche Prothese selbst herstellen könne, berichtet Bouricius in einem Video.

Dafür nutzte er Source-Organisationen wie e-NABLE, die kostenlose Vorlagen für 3D-druckbare prothetische Modelle zur Verfügung stellen. An einem einzigen Tag montierte er die Einzelteile. Seitdem arbeitet er kontinuierlich an der Verbesserung und Anpassung des Designs. Er änderte unter anderem die Stellung des Daumens, welche ursprünglich senkrecht zu den Fingern angedacht war. Nun ist es möglich, Objekte leichter anzufassen.

Er nutzte auch verschiedene Alltagsgegenständen, beispielsweise brachte er eine Markierung an einer Kaffeetasse an, um den Handgriff zu optimieren. Da er preiswerten Kunststoff mit seinem 3D-Drucker verarbeitet, kann er mit unkonventionellen Designs mehr experimentieren als jemand, der eine Metall- oder elektronische Prothese entwickelt.

Chancen für Kinder und Entwicklungsländer

Vor allem Kinder brauchen immer wieder neue Prothesen, da sie aus ihnen herauswachsen. Deshalb arbeitet Bouricius jetzt mit e-NABLE zusammen, um so die passenden Empfänger für seine 3D-gedruckte Handprothese zu finden.

Bouricius und der Physik-Professor Michael „Bodhi“ Rogers arbeiten mit der Abteilung für Ergotherapie des Ithaca Colleges zusammen. Deren Mitglieder verfügen über im Bereich der Prothetik über sehr umfangreiche Kenntnisse. Sobald er kontaktiert wird, beginnt er mit dem Druck der Handprothese und nimmt gemeinsam mit den Studierenden und Rogers Änderungen am Design vor, um die Prothese perfekt an den Empfänger anzupassen.

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